Pressespiegel 2005
Die Themen:
"Familienfreundlicher Betrieb"
Museum besonders familienfreundlichGeschmackssachen - Ernährung im Konsumzeitalter
Das schmeckt uns200 Jahre sächsische Industriegeschichte
> Geschäftsbericht 2004, Stadtwerke Freiberg AGEuropäischer Museumspreis 2005
> Top-Magazin Chemnitz (02/2005)Ausstellung auf der Suche nach dem roten Faden
Spinnerei u. a. - unterwegs auf der TextilstraßeIm Industriemuseum sind Kreative auf dem Tastpfad
> Chemnitzer Morgenpost (15.02.2005)Weltfirma in Schönau
Industriemuseum feiert das Jubiläum 120 Jahre Wanderer-WerkeVom Luftballonauto bis zum Taschengemälde
Einkaufen im Museum"Familienfreundlicher Betrieb"
Museum besonders familienfreundlich
Freie Presse 10./11.12.2005:
Als einzige Chemnitzer Einrichtung hat das Industriemuseum den Titel "Familienfreundlicher Betrieb"
erhalten. Verliehen wurde er jetzt erstmals von der Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen an 28
Beherbergungsbetriebe und 25 Freizeiteinrichtungen. Im Mai erhielt das Museum bereits den "Europäischen
Museumspreis". ...
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Geschmackssachen - Ernährung im Konsumzeitalter
Das schmeckt uns
Bleib gesund Dez./Jan. 2005/06:
Wer schon immer mal wissen wollte, was sich im Kühlschrank von Jutta Müller (ehemalige Trainerin von
Katharina Witt) befindet, ist in der Ausstellung "Geschmackssachen" im Chemnitzer Industriemuseum genau
richtig. In der "Kühlschrankpassage" am Eingang des Museums kann der Besucher nicht nur einen Blick in die
Kühlgeräte prominenter Zeitgenossen werfen, sondern auch seine Menschenkenntnis testen. Wem mag wohl der
total unaufgeräumte Kühlschrank mit den vielen Fächern und dem Fast Food gehören?
In einer nachgebildeten Tropfsteinhöhle durchschreitet der Besucher in einer Zeitreise
die Nahrungsaufnahme des Menschen von Urzeiten bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Und steht schließlich
auf einem überdimensionalen Esstisch, der geformt ist wie eine Pizza. Riesige Gestalten haben an ihm Platz
genommen - auf den Tellern spiegeln sich die Essgewohnheiten der heutigen Zeit wider: Ein Junge isst Pommes
mit Ketchup, die attraktive Frau neben ihm hält sich lieber zrück - es gilt ja dem Körperideal der Zeit zu
entsprechen! War das nach Ende des Krieges noch Marilyn Monroe und Gina Lollobrigida, wird heute eher Lara
Croft und Nadja Auermann nachgeeifert.
Beim Thema Konsumieren treffen die Besucher auf Hausmannskost, Tiefkühlprodukte und Fast
Food. Dokumentiert sind auch die Unterschiede zwischen Ost und West im einst geteilten Deutschland. Während
im Westen die Reiselust den Blick über den Tellerrand erweiterte und Pizza, Spaghetti und Sangria die Küche
ergänzten, erschienen in den Frauenzeitschriften der deutschen Nachbarn Rezepte aus der UdSSR, Bulgarien,
Polen oder Ungarn: Soljanka, Letscho-Steak und Schopska-Salat.
Heute erleichtern Fertigprodukte und neue Küchengeräte wie die Mikrowelle das unkomplizierte Zubereiten der
Mahlzeiten. Doch zunehmend wird auch gesunde und bewusste Ernährung zum Thema ih der Öffentlichkeit.
Gegenwärtig sind es trendige Kochshows auf allen Fernsehkanälen, die auf unterhaltsame Art und Weise
Grundlagen des Kochens und der Lebensmittelkunde vermitteln.
Ein weiterer Gang der Ausstellung folgt den stürmischen Entwicklungen von Agrarwirtschaft
und industrieller Lebensmittelproduktion. Vor dem Hintergrund einer heilen Almhüttenwelt beleuchten
Landmaschinen, Düngemittel, Schlachtband und Quarantäneschleuse die skandalanfälligen Aspekte der
industriellen Produktion sowie die Manipulation von Lebensmitteln.
Labyrinthisch gibt sich der Supermarkt: Durch scheinbar unendliche Regale mit
Fertiggerichten, Nudeln und Gemüsedosen gelangt man schließlich an eine komplett erhaltene Ladentheke von
1953. Etwas weiter findet man auch ein Regal mit "Suppina"-Suppen, Roter Grütze von Komet, Moccafix oder
Rahmbutter. Der eine oder andere erinnert sich sicherlich noch an diese DDR-Produkte.
"Ab ins Schlaraffenland?" Auch diesem Thema widmet sich ein Raum der Ausstellung. Hier
werden Kindheitsträume und Glücksversprechen serviert. Dass die Vorstellungen vom Schlaraffenland sehr
individuell sein können, wird dabei nicht vergessen. So kann der Besucher abschließend unter einem Baum
(der Erkenntnis) Platz nehmen und die Ausstellung Revue passieren lassen. ...
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200 Jahre sächsische Industriegeschichte
Geschäftsbericht 2004, Stadtwerke Freiberg AG:
Industriegeschichte zum Erleben und Anfassen
Jahrhunderte prägte der Bergbau die sächsische Wirtschaft. Heute werden, nicht zuletzt in
Freiberg, seine Traditionen und Hinterlassenschaften für die Nachwelt bewahrt.
Auch im Bergbau wurzelnd, begann vor 200 Jahren die moderne Industrie ihren Siegeszug in
Sachsen. Deren Geschichte zu bewahren und zu präsentieren, lautet der Auftrag des Sächsischen
Industriemuseums Chemnitz.
Museumsverbund quer durch Sachsen
Der Freistaat und die jeweiligen Sitzgemeinden gründeten 1998 den Museumsverbund an fünf
Standorten quer durch Sachsen. In Chemnitz, dem einstigen sächsischen Manchester, entstand in einer
ehemaligen großen Gießerei mit imposanter Fabrikarchitektur die zentrale Ausstellung.
Das Westsächsische Textilmuseum Crimmitschau empfängt seine Besucher in einer Fabrik,
welche die Tuchherstellung von der Spinnerei bis zur Veredelung an Originalmaschinerie demonstriert. Das
Besucherbergwerk und Mineralogische Museum Zinngrube Ehrenfriedersdorf führt unter Tage und bietet
zusätzlich einen Heilstollen.
Bei Lengefeld im Erzgebirge befindet sich ein Kalkwerk als eines der bedeutendsten
technischen Denkmale der alten Bindemittelindustrie in Europa. In der Lausitz schließlich wächst rund um die
ehemalige Brikettfabrik Knappenrode ein Bergbaumuseum, dass in Kooperation mit der Laubag ausdrücklich
Energiegewinnung, Umwelt und Braunkohle thematisiert.
Zurück nach Chemnitz. Dort bietet die Ausstellung von über tausend Exponaten einen
Überblick mit Schwerpunkten aus der Region. Dabei bestechen zuerst die großen technischen Exponate, von der
Zimmermann-Drehbank über die Pantografen-Stickmaschine bis zum flexiblen CNC-Maschinensystem. Fast alle
Maschinen wurden funktionsfähig restauriert und werden nun den Besuchern vorgeführt. In besonderen Fällen
dürfen kleine und große Gäste sich selber versuchen und aktiv werden. Sachsen lieferte, ob in Heimarbeit
oder am Fließband im Großbetrieb, eine gewaltige Produktspanne, von Strümpfen bis zur Lokomotive. Eine
Auswahl vermittelt in der Halle bei den einzheimischen Besuchern Stolz und Ansporn und löst bei den Gästen
aus aller Welt Erstaunen und Anerkennung aus.
Der Industrialisierungsprozess erschöpft sich nicht in Technik allein. Deshalb gehören
Schaustücke aus der Wirtschafts- und Sozialgeschichte selbstverständlich im Museum dazu, seien es nun Aktien,
Gemälde, rote Fahnen, Gartenlaube oder Asphaltkegelbahn.
Museen und Wirtschaftsunternehmen aus ganz Sachsen bereichern die Ausstellung mit ihren
Leihgaben, im Besonderen zeigt sich das Industriemuseum gerne als Schaufenster der heimischen Wirtschaft und
ihrer topaktuellen Produkte. Zuletzt kam beispielsweise ein Schnittmodell eines Porsche
Cayenne-Antriebsstrangs dazu.
Dampfmaschine authentisch mit Frischdampf in Aktion
Energie ist essenzieller Bestand der Industrie und wird im Chemnitzer Museum mehrfach
thematisiert. Die Germania-Dampfmaschine von 1896 mit dem gewaltigen Vier-Meter-Schwungrad empfängt die
Besucher nahe des Eingangs. Sie steht in einem reich geschmückten Saal mit bemalten Wänden, Terrazzo-Boden
und Holzkassetten-Decke. Junge Leute können kaum glauben, dass der Fabrikant vor rund einhundert Jahren
dieser Maschine einen solch prestigeträchtigen Rahmen gab. Der Besucher ahnt so, welche immense Rolle die
Kraftzentrale als "Herz der Fabrik" einst spielte.
Die Dampfmaschine setzt sich bei Vorführungen mit originalem Frischdampf in Bewegung
und erzeugt mittels eines Generators Strom - ein Alleinstellungsmerkmal für das Museum in Sachsen und weit
darüber hinaus. Meistens werden Dampfmaschinen heute nämlich mit Hilfe von Elektrokraft oder pneumatisch
präsentiert - aolso "verkehrt herum". Der Dampf wird in Chemnitz übrigens modern und umweltfreundlich in
einem erdgasbeheizten Kessel produziert. An die Kohlenfeuerung von einst erinnert nur eine Fabrikesse auf
dem Gelände. Hohe Schornsteine sind im vormaligen "Rußchamtz" eine Seltenheit geworden!
Die öffentliche Energieversorgung rückt in einer eigenen Ausstellung sächsische
Gaslaternen, eine Leihgabe der Chemnitzer Stadtwerke, ins Blickfeld der Betrachtung. Kein Wunder, dass
dieser Betrieb 2004 sein Jubiläum "150 Jahre Stadtbeleuchtung Chemnitz" im Museum feierte.
Als das Stadtgas noch aus Steinkohle gewonnen wurde, fiel ein Arbeiter in die Teergrube
des Chemnitzer Gaswerkes. Das war 1884 unweit des heutigen Museums. Seine in den Kohlewasserstoffen völlig
mumifizierten Überreste fanden mit gebotener Zurückhaltung Eingang in die Ausstellung und vermitteln die
Botschaft, dass der industrielle Fortschritt immer mit Risiken verbunden war, die zu besseren, sichereren
Lösungen herausforderten. ...
(Geschäftsbericht 2004, Stadtwerke Freiberg AG)
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Europäischer Museumspreis 2005
Top-Magazin Chemnitz 02/2005:
Museumsdirektor Dr. Jörg Feldkamp nahm im Palais Egmont in Brüssel aus der Hand Ihrer Majestät Königin
Fabiola von Belgien die "Besondere Anerkennung" für das Sächsische Industriemuseum Chemnitz entgegen.
Während die Trophäe des European Museum of the Year Award an das Nationale niederländische Freilichtmuseum
in Arnheim ging, wurden die drei weiteren Preise an das Industriemuseum in Chemnitz, das Fischereimuseum in
Palamos, Spanien, und an das Mölndal Museum in Mölndal, Schweden verliehen.
Der Europäische Museumspreis wird seit 1977 jährlich an Museen aus ganz Europa vergeben.
Bereits mit dem Bewerbungsverfahren sind wichtige Kriterien zu erfüllen, die nicht von allen Bewerbern
erreicht werden. So machten die in diesem Jahr nominierten 35 Museen aus 16 europäischen Ländern etwa 60 %
der ursprünglichen Bewerbungen aus. Zu den Trägern des Europäischen Museumspreises zählen u. a. das
Guggenheim Museum in Bilbao, das Victoria und Albert Museum in London, das Ungarische Nationalmuseum in
Budapest sowie das Neanderthal Museum in Mettmann oder das Zeppelin Museum in Friedrichshafen.
Das Sächsische Industriemuseum in Chemnitz ist das erste in diesem europäischen Vergleich
ausgezeichnete Museum in Sachsen, das zweite neben dem Otto Lilienthal Museum in Anklam in Ostdeutschland.
Allein aus Deutschland hatten sich für den diesjährigen Preis zehn Häuser beworben und hatten damit ein
faszinierendes Kaleidoskop zeitgemäßer, moderner Museen abegegeben. Im Report der Jury heißt es auszugsweise:
"Die völlige Neugestaltung des Überseemuseums in Bremen wird nicht vor 2010
fertig gestellt sein, aber das erste Segment, Ozeanien, ist nun vervollständigt und dient als Benchmark
für das, was noch kommen wird hinsichtlich der Integration von Ethnologie, Naturkunde und Handel,
zusammen mit der Möglichkeit, PDAs (personal digital assistent) zu benutzen.
Das Doberg Museum in Bünde verdient Lob für seine Aktivitäten mit
unterschiedlichen lokalen Partnern, während das Sächsische Industriemuseum Chemnitz einen
erfolgreichen Wandel von einem städtischen Museum zu einem dezentralen Regionalmuseum vollzog. Die
Interpretation seiner Dauerausstellung mit den thematischen Abteilungen, arrangiert auf den beiden Seiten
einer 'Straße' und basierend auf Personengruppen stellvertretend für die Industrie wurde ganz
besonders gelobt. Die Ausstellungen bieten dem Besucher viele Gelegenheiten, sich selber mit der
industriellen Geschichte Sachsens in all ihren Aspekten zu identifizieren. Besonders bewertet wurde der
Lösungsansatz des Museums im Umgang mit der vergangenen kommunistischen Epoche, die auf ernsthafte und
manchmal auch humorvolle Art behandelt wurde ..."
Das ungewöhnliche Konzept des Chemnitzer Industriemuseusm, die durchgängige Qualität in
allen Bereichen und die Besucherfreundlichkeit beeindruckten die Jury ganz besonders.
Gute Gründe, das Sächsische Industriemuseum Chemnitz in diesem Jahr mit einem europäischen "Museumsoskar" auszuzeichnen. ...
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Ausstellung auf der Suche nach dem roten Faden
Spinnerei u. a. - unterwegs auf der Textilstraße
Streicher 04/2005:
"Textilstraße" - das soll betont sachlich klingen. Trotzdem schwingt beim Namen des neuen Teils der Dauerausstellung im Chemnitzer Industriemuseum die Assoziation zur legendären Seidenstraße mit, und farbenprächtige Bilder tauchen auf wie Luftspiegelungen in heißer Luft. Barbara Ludwig, sächsische Ministerin für Kunst und Wissenschaft, wollte zur Einweihung der Textilstraße besuchsweise in die Stadt zurückkehren, in der sie vor wenigen Monaten noch als Bürgermeisterin um die Zukunft des Industriemuseums gegen Dresdner Dünkel ankämpfte. Das konnte man als Zeichen einer neuen landesherrlichen Wertschätzung des einstigen Aschenputtels im Westen des Freistaates deuten. Nun wollte aber just am gleichen Abend der weltberühmt Maler Gerhard Richter den Staatlichen Kunstsammlungen der Landeshauptstadt einige Bilder leihweise überreichen. So traf in Chemnitz ersatzweise ein Staatssekretär aus dem Wirtschaftsministerium ein, um die Laudatio zu halten. Die Relationen stimmen letztlich wieder. Passend erschien es deshalb, dass während der Eröffnungsshow ein verwunschenes Dornröschen schattenhaft hinter der Bühne Fäden spann - alles nur ein Märchen.
Handfester geht es in der Ausstellung selbst zu. Der Besucher kann den Weg von der Faserpflanze bis zum Oberhemd nicht nur anhand von Exponaten und erläuternden Tafeln nachvollziehen. Die restaurierten oder nachgebauten Maschinen sind fast alle arbeitsfähig und werden von freundlichen wie kompetenten älteren Hrren angeworfen und vorgeführt. Und schließlich kann man sogar selbst Hand anlegen, zumindest beim Bedrucken von T-Shirts. Was sind dagegen geborgte Gerhard-Richter-Bilder? Frau Ludwig hat den falschen Termin gewählt. ...
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Ausstellung auf der Suche nach dem roten Faden
Von der Faser zum Stoff: Das Industriemuseum zeigt in einer neuen Abteilung die Maschinen-Entwicklung der Textilindustrie
Freie Presse vom 16.03.2005:
... Nur ein Ding fehlt: Jene Spindel, mit der sich Stroh zu Gold spinnen lässt. Sonst, so jedenfalls der Eindruck, den eine neue Ausstellungsabteilung des Industriemuseums vermittelt, scheint das technische Gerät der Textilindustrie möglichst komplett versammelt: 36 Maschinen drängen sich auf gerade mal 300 Quadratmetern. Für Freunde von Textilmaschinen, und davon dürfte es hier in der Stadt der Textilmaschinenindustrie nicht wenige geben, ist der neue Ausstellungsraum im Souterrrain des Museums ein Dorado. Für andere, die etwas lernen und verstehen wollen, sind die Anforderungen hoch, anhand der Maschinen jene Geschichte zusammenzufügen, die aus Fasern schließlich den hoch veredelten Stoff macht.
Doch es gibt ein wenig Hilfestellung. Erstens hat man die Inhalte der Schau auch im farblichen Raumkonzept gegliedert, in die drei thematischen Abschnitte "Verdrehen - ein Faden entsteht", "Verbinden - der Faden wird zum Stoff" und "Veredeln - die Stoffe werden hochwertiger". Zweitens sind die Maschinen - sie stammen alle aus eigenen Beständen des Industriemuseums und wurden in größtenteils ehrenamtlicher Arbeit restauriert - sämtlich betriebsbereit. Deshalb sind Vorführungen geplant, die den Produktionsprozess und dessen Entwicklung verdeutlichen sollen. Den Bogen von der Handspindel, wie sie schon vor 6000 Jahren in Gebrauch war, bis zur mikrofaserigen Gegenwart spannt die Schau mit Stoffen entlang der Fensterwand, die allesamt aus heutiger sächsischer Produktion stammen.
Mit der Textilstraße, sagt Direktor Jörg Feldkamp, sei das Chemnitzer Industriemuseum komplett und der letzte Euro von mehr als 28 Millionen Gesamtinvestition verbaut. Die neue und letzte Abteilung im Souterrain des Gebäudekomplexes hätte, so Feldkamp, freilich auch die erste sein können, denn die Industrialisierung der Stoffherstellung gilt als Kern und Motor der Industrialisierung in Europa, die in der zweiten Hälfte des 18. jahrhunderts in England ihren Ausgang nahm.
Die "Spinning Jenny" von 1767, jene erste Spinnmaschine des Engländers James Hargraves, steht als Nachbau auch im Museum. Möglicherweise spinnt sie noch den roten Faden durch die Schau.
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Im Industriemuseum sind Kreative auf dem Tastpfad
Chemnitzer Morgenpost vom 15.02.2005:
Ungewöhnliche Kreativität kann man seit gestern im Industriemuseum (Zwickauer Straße) bestaunen. Ob Tastpfad, Rugby-Roboter oder visionäre Architekturmodelle - alles ist dabei. "Mit der Ausstellung wollen wir die Lust zu kreativen Leistungen wecken", erklärt Roland Schöne von der TU Chemnitz.
So stellen Architekturstudenten der Bauhaus-Universität Weimar ihre Visionen für ein Kreativ-Center Chemnitz vor. Zudem gibt es in der Ausstellung innovative Produkte aus Unternehmen der Region zu bestauenen. "Dazu gehören ein elektrisches Mofa oder ein Rugby-Roboter", verrät Schöne.
Die Museumsbesucher können sich aber auch selber ausprobieren. So gibt es einen Tastpfad, über den man barfuß läuft und dann den Untergrund errät.
Die Ausstellung ist noch bis zum 6. März geöffnet: montags bis donnerstags 9 bis 17 Uhr, am Wochenende von 10 bis 17 Uhr. ...
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Weltfirma in Schönau
Industriemuseum feiert das Jubiläum 120 Jahre Wanderer-Werke
Blitzpunkt vom 12.02.2005:
... Als am 26. Februar 1885 in Chemnitz die Geburtsstunde der späteren Wanderer-Werke schlug, war Schönau noch ein stark von Textilwerkstätten geprägtes Handwerkerdorf vor der Stadt. Die Fahrradherstellung - seit 1892 unter jenem Markennamen - von Johann Baptist Winklhofer und Adolf Jaenicke an der Hartmannstraße wuchs jedoch so schnell, dass die beiden zehn Jahre später auf ein großes Gelände draußen an der Zwickauer Straße umzogen. Die Produktion wurde um Fräsmaschinen, Motorräder, Büromaschinen und Automobile (das Autowerk in Siegmar ging 1932 an die Auto-Union) erweitert. Zum 50-jährigen Jubiläum 1935 galt das seit 1896 unter Wanderer AG firmierende Unternehmen als größter Fräsmaschinenhersteller Europas.
Die beiden Firmengründer waren bereits 1897 bzw. 1902 ausgeschieden und erst in jüngster Zeit besann man sich ihrer wieder stärker in Chemnitz. Im Gewerbegebiet Neefestraße wurde eine Winklhoferstraße benannt und nach Fertigstellung des Messegeländes gibt es nun zwischen Zwickauer und Neefestraße auch eine Jaenickestraße. "Das war längst an der Zeit, war er doch der Chemnitzer von beiden, während Winklhofer aus Bayern gekommen war", ist Wolfgang Kunze nun froh über ein Stück bewahrte Industriegeschichte. Der Geschäftsführer des Fördervereins Industriemuseum Chemnitz kennt die Historie des Unternehmens wie kaum ein zweiter, war er doch über 30 Jahre als Ingenieur im "I-Werk" tätig, wie die Karl-Marx-Städter den 1961 zum Hydraulikaggregate-Hersteller umprofilierten Betrieb nannten. Schon 1955 mussten die Schönauer Büromaschinenbauer eine jähe Wendung mitmachen, als die DDR beschlossen hatte, selbst Flugzeuge zu bauen und in Karl-Marx-Stadt die Motoren dafür entstehen sollten. In diesem Zusammenhang räumt Kunze mit einem weit verbreiteten Irrtum auf. Die oft als Wanderer-Halle bezeichnete heutige Chemnitz-Arena war erst mit der Expansion des I-Werks über die Bahnstrecke hinüber zur Neefesraße um 1956 entstanden, hat also mit dem alten Wanderer-Werk nichts zu tun. Ebenso seien die - nach zähem Ringen nun erhaltenen - vier Betontürme im Messegelände nicht für die Flugmotorenprüfung genutzt worden, weil sie erst 1951 fertig waren, sagt Kunze. Dazu hätten lediglich die eher entstandenen höheren Türme, die leider der Abrissbirne zum Opfer gefallen sind, gedient.
Auch wenn von der weltbekannten Firma am Standort Schönau "nur" die Sachsenhydraulik GmbH übriggeblieben ist, verdient "Wanderer" eine würdige Erinnerung an die Gründung vor 120 Jahren. Eine große Ausstellung im Industriemuseum musste leider aus Kostengründen hoffentlich auf das 125er Jubiläum verschoben werden, aber der Förderverein lädt am 25. Februar zu einem Vortrag und einen Tag später zur thematischen Führung "Wanderer-Sachzeugen" ins Industriemuseum ein. Am 24. April gibt es außerdem ein Treffen der ehemaligen I-Werker, denn dessen Gründung jährt sich am 1. März zum 50. Mal ...
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Vom Luftballonauto bis zum Taschengemälde
Einkaufen im Museum
Chemnitzer Morgenpost vom 11.01.2005:
... Beim Besuch der Ausstellungen in der ehemaligen Gießerei ist es nicht geblieben. Inge
Schimmel stöberte noch neugierig im Museumsshop. Und kaufte. Zwei kleine Amethyste: "Für meine
Enkel." Wie Frau Schimmel zieht es viele Besucher an die Souvenirvitrinen Chemnitzer Museen. Die
Morgenpost stellt die aktuellen Renner vor.
Im Industriemuseum sind Angebot und Nachfrage (35.000 Euro Umsatz) mit Abstand
am größten. Ich-AG-Gründerin und Museumsshop-Betreiberin Alexandra Köhler (34) ist ständig auf
der Suche nach originellen Artikeln: "Bei uns wird sogar ohne Museumsbesuch eingekauft." Ihr
neuester Hit - "Die verrückteste Uhr der Welt" (9,90 Euro) - geht weg wie warme Semmeln.
Besonders gefragt ist lustiges DDR-Spielzeug, heute "made in China", Luftballonautos (2 Euro),
Knatterboot (6,50 Euro), Fernsehgucke (3,95 Euro). Architekten greifen gerne zur
Edelstahl-Miniwasserwaage mit Schraubendreher (4,95 Euro) ...
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