Pressespiegel 2010
Die Themen:
Art, Culture & Élégance. Willy Maywald - Ein deutscher Fotograf der Haute Couture in Frankreich
Der Cinderella EffektErweiterung der Dauerausstellung - DKW
Der Enkel und die Auto-SammlungFinale im Marianne-Brandt-Wettbewerb
Eine Erleuchtung für das StraßenlichtBildungstour 'Mauerfälle' macht in Chemnitz Station
> info tv Leipzig (18.05.2010)125 Jahre Wanderer-Werke bei Traditionstreffen gefeiert
Ehemalige Mitarbeiter des Nachfolgebetriebes Heckert-Werke und des Industriewerkes sehen sich im Industriemuseum wieder - Von der Leidenschaft zum MaschinenbauChemnitz, Karlsbad
Metropolen mit FlairPraktisch schön
Das Industriemuseum zeigt Nominierte und Preisträger im Wettbewerb um Sachsens VorzeigedesignArt, Culture & Élégance. Willy Maywald - Ein deutscher Fotograf der Haute Couture in Frankreich
Elle 12/2010
"Manches vermisst man erst, wenn es schon beinah verschwunden ist. Das gilt zum Beispiel für das, was unsere Mütter
"Schickmachen" nannten. Nein, nicht bloß für den besonderen Anlass, sondern für alles, was sich außerhalb der eigenen vier Wände
abspielte. So wie in den 50er-Jahren, als sich Frauen für den Gang ins nächste Café kleideten, als würde sie dort ein Modeshooting
erwarten. Trotz ihrer legendären Spießigkeit und Enge eröffnete die Ära nämlich wenigstens eine ungeahnte Freiheit: Frauen konnten
nach den Entbehrungen der Kriegszeit ihre Weiblichkeit wieder deutlich zeigen. Und diese Gelegenheit nutzten sie auch. Mit
zerbrechlichen Taillen, verschwenderischen Schnitten und stilvollen Accessoires. Eingehüllt nicht bloß in Stoffe, sondern in eine
"ephemere Architektur, um die Proportionen des weiblichen Körpers zu sublimieren", wie Christian Dior den Zauber seines New Looks
beschrieb. Den niemand eindrucksvoller einfing als Willy Maywald ... Weltberühmt als Wegbereiter der Modefotografie, als
Dior-Hausfotograf sowie als Chronist der künstlerischen Avantgarde zeigen seine Werke sozusagen die Essenz des Schickmachens: eine
Haltung, die sagt "besonders" und eben nicht "bequem". Neidisch könnte man werden angesichts der schlichten Raffinesse und der
entspannten Coolness, mit der sich Frauen damals zu Göttinnen stilisierten. Jede so geheimnisvoll wie ein Roman, den man gerade
erst zu lesen beginnt.
Und heute? Sieht man vor allem Tatsachenberichte. Man möchte sich mit Coco Chanel wundern, die einmal sagte: "Ich
verstehe Frauen nicht, die das Haus verlassen, ohne sich zurechtgemacht zu haben. Vielleicht wartet ein schicksalhaftes Date auf
sie!" Schaut man sich in einer deutschen Fußgängerzone um, scheint das Höchste, was die Passanten von diesem Tag erwarten, ein
Treffen mit dem Steuerberater, der Nordic-Walking-Gruppe oder dem Sofa zu sein. Was für eine Verschwendung an Ressourcen, an
Gelegenheiten, den Alltag und nicht uns blass aussehen zu lassen. Auf der größten aller Bühnen: der Straße. Dabei würden wir noch
eine weitere Metamorphose erleben: die Grazie, die das Bewusstsein verleiht, gut angezogen zu sein. Sie macht uns zeitlos. Wir
erschaffen uns damit eine eigene Kategorie von Weiblichkeit. Deshalb sollten wir dabei sein, wenn das Industriemuseum Chemnitz
Willy Maywald in Zusammenarbeit mit der französischen Botschaft in Berlin, mit Christian Dior Couture und Parfums, dem Institut
de la Mode in Paris und dem Institut français d'Allemagne, Leipzig eine Retrospektive widmet ..."
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Art, Culture & Élégance. Willy Maywald - Ein deutscher Fotograf der Haute Couture in Frankreich
Freie Presse vom 20.11.2010
"... Margrit Loh, Kunstsammlerin aus der Schweiz, reiste bereits am Mittwoch mit Chauffeur in ihrem Rolls-Royce in Chemnitz an.
Andere flogen gestern von Paris ein, Frédéric Bourdelier beispielsweise, Manager beim Modeimperium Christian Dior; auch Sabine
Weiss kam allein für einen Chemnitzer Abend aus der französischen Hauptstadt angeflogen - um die Eröffnung der Ausstellung im
Industriemuseum zu besuchen, die Fotos ihres ehemaligen Chefs Willy Maywald zeigt. Weiss war nach dem Zweiten Weltkrieg eine seiner
ersten Assistentinnen gewesen. 'Die Fotos - ich finde sie immer noch fantastisch', sagte sie gestern Abend im Museum.
Dort hängen 250 Schwarz-Weiß-Fotografien, die der aus Deutschland stammende Maywald (1907 bis 1985) zwischen 1930
uhd 1960 für Pariser Modehäuser fertigte. Er lichtete die Models ab - in wallenden Roben, perlenbestickten Kleidern, mit langen
Handschuhen, Hüten, Blüten aus Stoff. 'Mit der Kunst von Willy Maywald kann man Dior besser verstehen', sagt beispielsweise
Frédéric Bourdelier. Maywald und Christian Dior kannten sich gut, erzählt er, 'und Maywald verstand genau, um was es Christian
Dior ging - um einen Traum von Eleganz'.
Ja, die Eleganz, der Stil, die Klasse, die seien heute schon ein bisschen verloren gegangen, sagt Margrit Loh,
die Kunstsammlerin aus der Schweiz. Sie war eine derjenigen, die den Kontakt zwischen Chemnitzer Kunstliebhabern und der
Maywald-Association in Paris - die den künstlerischen Nachlass des Fotografen verwaltet - herstellte. Kontakte, die letztlich zu
der gestern eröffneten Ausstellung führten, in der neben den Fotografien der Luxus-Kleider auch sächsische Luxus-Produkte wie
Meißner Porzellan und Glashütter Uhren gezeigt werden.
'Willy Maywald war unterhaltsam wie ein Theaterstück', sagt Margrit Loh, die mit ihm befreundet war. Er sei
humorvoll, hysterisch, gütig und ein hervorragender Gastgeber gewesen. 'Er kannte auch jeden.' Marlene Dietrich zum Beispiel, die
er im Publikum einer Modenschau fotografierte, so wie Audrey Hepburn und Humphrey Bogart, all die Großen aus der alten Zeit. Auch
sie findet die Maywald-Fotos noch heute wunderschön, sagt Loh. Obwohl sie selbst eher zeitgenössische Malerei sammelt - von
Feininger über Nolde bis Kandinsky.
Sie freut sich aber auch über Nussknacker und Engel, die sie aus der Kindheit kennt und jetzt in einem Museum in
Annaberg-Buchholz bestaunte. Ihren Aufenthalt in Chemnitz nutzte sie aber auch, um die Kunstsammlungen zu besuchen. Frédéric
Bourdelier hatte nur den gestrigen Nachmittag Zeit, um Chemnitz zu erkunden. 'Die Architektur ist interessant. Ich bin beeindruckt',
sagt er. Und dieser Mann lebt in Paris! Dorthin fliegt heute auch Sabine Weiss zurück. 'Maywald wusste einfach, wie man das Licht
nutzt', sagt sie und steht lange vor den Fotos."
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Erweiterung der Dauerausstellung - DKW
Der Enkel und die Auto-Sammlung
Freie Presse vom 22.10.2010
"... Der Enkel hat sich die Eröffnung der Ausstellung zur DKW-Automobilmarke gestern Abend im Industriemuseum nicht entgehen
lassen: Jørgen Skafte Rasmussen kam aus Frankfurt am Main nach Chemnitz, um seine Schmuckstücke in Augenschein zu nehmen. Denn die
DKW-Oldtimer hatte einst sein Großvater mit dem selben Namen produzieren lassen. Später trugen Sohn und Enkel DKW-Autos und
-Motoren für ihre private Sammlung zusammen. Die steht nun im Industriemuseum und ist ab Samstag als Erweiterung der
Dauerausstellung zu sehen.
Dass diese Autos - vom Personenkraftwagen bis zum Nutzfahrzeug aus den 1920er- und 1930er-Jahren hier gelandet
sind, hat Chemnitz auch ein bisschen der Tochter von Jørgen Skafte Rasmussen zu verdanken. 'Sie hat weder Zeit noch Lust, sich um
die Sammlung zu kümmern. Aber ich werde bald 72. Da fragt man sich: Was mache ich mit all den Autos', erzählte Rasmussen.
Der Kontakt zwischen ihm und dem Industriemuseum kam vor einigen Jahren zu Stande, als das Haus eine Ausstellung
zur Auto-Union zeigte. Dieser Automobilkonzern hing in den 1930er-Jahren unmittelbar mit DKW zusammen. Zuvor hatte Firmengründer
Rasmussen zwar eigenständig unter anderem in Zschopau Motorräder und später Automobile produzieren lassen, 1932 aber fusionierte
DKW mit Wanderer, Audi und Horch zur Auto-Union - und die hatte ihren Konzernsitz bis 1945 in Chemnitz.
Die DKW-Autos würden also gut nach Chemnitz passen, bohrten die Museumsmitarbeiter, nachdem sie erfahren hatten,
dass Rasmussen seine Sammlung abgeben wolle. Sie überzeugten ihn, er überließ die Oldtimer dem Museum als Dauerleihgabe - obwohl
es noch einen anderen Bewerber gegeben habe, so Rasmussen gestern. 'Aber da wären die Autos in einer Halle verschwunden und nur zu
bestimmten Anlässen gezeigt worden. Das wollte ich nicht', fügte er hinzu.
Und ihm war gestern wenig Wehmut anzumerken. Obwohl der frühere Unternehmer tagein tagaus die Autos restaurierte,
sie regelmäßig auf Rallyes spazieren fuhr. 'Bei uns', erzählte seine Frau Helga, 'wurde nicht Tennis oder Golf gespielt, bei uns
drehte sich alles um DKW.' Die Augen habe sie nur im stillen Kämmerlein verdreht. Denn ihr sei klar gewesen, dass sich ihr Mann um
ein Stück Kulturgut kümmert.
Damit das nun zur Geltung kommt, hat die Sparkassenstiftung dem Museum Geld für die Präsentation zur Verfügung
gestellt. Die Sammlung ist in einer separaten Halle untergebracht, in die eine Empore gebaut wurde. Darauf, darunter und davor ist
die Sammlung angeordnet. Gezeigt werden aber unter anderem auch Motoren, ein Kühlschrank - die ließ Rasmussen ebenfalls produzieren
-, Fotos aus der Produktion und DKW-Werbefilme. Diese Ausstellung, so der Direktor des Industriemuseums, Jörg Feldkamp, sei ein
umfassendes Unternehmerporträt.
Zwar konnte sich die Tochter von Rasmussen für die Sammlung nicht erwärmen, aber nun kommt wieder ein Enkel ins
Spiel - der dreijährige Vincent. 'Er ist begeister von den Autos', freut sich der Großvater, der zuhause immer noch ein paar
Exemplare in der Garage hat. Vincent erbt die komplette Sammlung. 'In 20 Jahren entscheidet er, was damit wird', sagt der
Großvater. Und lässt durchblicken, dass er dem Enkel raten will, den Großteil der Oldtimer in Chemnitz stehen zu lassen ..."
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Erweiterung der Dauerausstellung - DKW
DKW-Oldtimer kehren ins Autoland zurück
Sächsische Zeitung vom 19.10.2010
"... Die DKW-Automobile aus den 1920er bis 1930er Jahren gehören dem gleichnamigen Enkel des DKW-Gründers Jørgen Skafte
Rasmussen, der sie gemeinsam mit anderen Exponaten Chemnitz dauerhaft zur Verfügung gestellt habe, sagte eine Museumssprecherin am
Dienstag. Damit habe nun auch diese traditionsreiche Marke im Autoland Sachsen eine Heimstätte gefunden, hieß es.
Rasmussens Großvater hatte sich noch im Ersten Weltkrieg in Zschopau mit der Entwicklung von DampfKraftWagen
beschäftigt. Die dazu passenden Buchstaben D K W ließ er sich als Markenzeichen schützen. Bei seiner Suche nach neuer
Antriebstechnik entdeckte er einen kleinen Zweitakt-Motor, der wie die Dampfmaschinen Spielzeuge in Bewegung brachte.
F1 war erster Kleinwagen mit Frontantrieb
Nach Angaben des Museums produzierten die Zschopauer Motorenwerke J. S. Rasmussen ab 1921 Fahrradhilfsmotoren
und Motorräder. Ab 1928 folgte dann der Automobilbau. 1931 sei mit dem legendären F1 unter der Marke DKW der erste Kleinwagen mit
Frontantrieb entstanden, der schon ein Jahr später im Audi-Werk in Zwickau in Serie gebaut wurde. Diese Antriebsart ist heute
weltweit in den meisten Fahrzeugarten verbreitet.
Rasmussens Großvater hatte 1928 die Oberklassenmarke Audi erworben. Beide Firmen wurden dann in der
Weltwirtschaftskrise von 1932 mit den Herstellern Horch und Wanderer zur Auto Union zusammengeschlossen. Der Name Audi überlebte
als einziger bis heute. Noch immer werden die Audi-Fahrzeuge von den vier ineinander verschlungenen Ringen gekennzeichnet, die
damals die vier Marken der Auto Union symbolisierten ..."
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Erweiterung der Dauerausstellung - DKW
Sachsenbummel 3/2010
"... erfährt das Industriemuseum ab 23. Oktober mit der einzigartigen Rasmussen-Privatsammlung
von Fahrzeugen der sächsischen Automobilmarke DKW. Jørgen Skafte Rasmussen (1878 - 1964) zählte zu den Persönlichkeiten, die die
sächsische und damit auch die deutsche Automobilgeschichte geprägt haben. Er war ein großer Unternehmer und bedeutender
Konstrukteur der deutschen Automobilindustrie. Sein besonderer Verdienst liegt in der massenhaften Verbreitung des
Zweitakt-Ottomotors und des Frontantriebes. Das Industriemuseum Chemnitz durfte die DKW-Privatsammlung der Vachfahren von Jørgen
Skafte Rasmussen übernehmen und präsentiert diese fortan im Rahmen seiner Ausstellung der Öffentlichkeit ..."
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Finale im Marianne-Brandt-Wettbewerb
Eine Erleuchtung für das Straßenlicht
Freie Presse vom 25.09.2010
"Der 4. Marianne-Brandt-Wettbewerb in Chemnitz favorisiert die Poesie von Gestaltungsvisionen
Chemnitz. Die vorüber eilenden Fahrzeuge sorgen selbst für die Straßenbeleuchtung. Und zwar mit ihrem eigenen Gewicht liefern sie
die Energie für die Leuchten. In die Fahrbahn ist eine Matte eingelassen, die mit einer Flüssigkeit gefüllt ist. Fährt ein Auto
drüber, wird die Flüssigkeit in das Standrohr der Leuchte gedrückt und treibt dort mehrere kleine Turbinen an. 'Der
Energieverbraucher wird zur Energiequelle', beschreibt der Urheber des Entwurfs, Ivan Niedermair aus Italien, seine Intention
'Loadlight'.
Seine Idee wurde gestern Abend mit einem Hauptpreis des Internationalen Marianne-Brandt-Wettbewerbs in Chemnitz
ausgezeichnet. Wahrscheinlich ist es bis zur Wirklichkeit der Nutzung noch ein weiter Weg, aber danach fragte die internationale
Jury nicht. 'Der Marianne-Brandt-Wettbewerb soll junge Designer ermutigen, an ihre Ideen zu glauben und weiter zu arbeiten,
durchzuhalten', meint das polnische Jurymitglied Agata Madejska. 'Deshalb haben wir uns auch mehr an Ideen orientiert als an einer
perfekten Ausführung'.
Sieht das aber nicht nach Verrat an Marianne Brandt aus? An ihrem Credo, dass eine Produktgestaltung von
vornherein als Entwurf serieller Produktion dienen muss? Die Jury urteilte weitsichtig, die grundsätzliche Industrietauglichkeit
des Entwurfs Niedermairs ist nur eine Frage der Zeit. Technologische Vision geht ja heute auf das Produkt von morgen zu. Keine
Frage, wir werden die Energie für das öffentliche Licht mit unserem in Bewegung gesetzten Gewicht selber spenden. Vielleicht sogar
zuerst in Chemnitz? Sollte man das nicht erforschen? Die Stadt steht ja klar zum Marianne-Brandt-Wettbewerb. Und es ist zweifellos
ein Vorzug des Wettbewerbs, dass er wiedermal das Licht anmacht für Marianne Brandt, dass wiedermal in der Öffentlichkeit der
selbst ernannten Stadt der Moderne die Rede ist von ihr, die hier geboren wurde.
Auf den ersten Blick verblüffend
Von den mehr als 400 Einreichungen für den Wettbewerb in den drei Kategorien Produktgestaltung, Fotografie und Licht im
öffentlichen Raum blieben die meisten auf den Gestaltungspfaden, die Marianne Brandt schon im Bauhaus vor 80 Jahren eingeschlagen
hatte. Gefäße für den Hausgebrauch, Leuchten, künstlerische Fotografie. Sitzgelegenheiten und Schmuck dazu, wandelbar mit den
Zeiten, ihren Moden und ihren Materialien. Gute Sachen, schöne Sachen, selten überraschend und Aufsehen erregend.
Die Entscheidung der Jury für den Hauptpreis in der anderen Kategorie, der Produktgestaltung, ist auf den ersten
Blick verblüffend. Ein Schwarm aus Papier gefalteter Kolibris ziert eine Wand. Na und? Der Designer Christoph Schmidt füllt damit
Deformationen in der Wand, alte Löcher, Risse, Schrammen im Gebälk. Man steckt den Papiervogel einfach mit dem Schnabel und einer
entsprechenden Drahtklemme in den Schandfleck und hat mit der Zeit einen lustig im Luftzug flatternden Schwarm im Haus, der sich
noch dazu mit Licht und Schatten an der Wand verwandelt. Mechthild heißt der Vogel von Schmidt. Die Jury hat sich an dem Sinnspruch
des Marianne-Brandt-Wettbewerbs, Poesie des Funktionalen, orientiert, und sie huldigt auch hier mehr einer Idee als dem Produkt.
Den ansehnlichen Katalog ziert eine der bekanntesten Fotoarbeiten von Marianne Brandt, die Collage 'me' zur
Metallwerkstatt im Bauhaus. Fotografie war eine ihrer bildnerischen Leidenschaften. Fotografie ist von Anfang an auch eine
Kategorie des Chemnitzer Wettbewerbs, und Alexandra Grein hat den diesjährigen Hauptpreis bekommen. Ihre Fotoarbeit 'Terra - das
Konstrukt Landschaft' folgt Motiven der Malerei des Romantikers Caspar David Friedrich aus der betont skulptural wirkenden
Perspektive auf Felsenformationen. Die Drucke wirken tatsächlich auf den ersten Blick aus der Ferne wie Malerei, die Preisträgerin
fasst sie auch als Hommage an den Maler auf, romantisches Landschaftsempfinden in der Darstellung mit den modernen Medien der
Fotografie und des Computerdrucks.
Ausstellung im Industriemuseum
Im Sächsischen Industriemuseum Chemnitz sind ab heute die Arbeiten aller Preisträger und andere ausgewählte Wettbewerbsbeiträge in
einer Ausstellung zu sehen. Dort sind sie in der guten Umgebung sächsischer Produktgestaltung der Vergangenheit und an ihren
herausragenden Exponaten von der Hartmannlokomotive bis zur Ascota-Büromaschine zu messen. Und wer weiß, irgendwann einmal sollte
die Straßenbeleuchtung 'Loadlight' zum Museumsgut gehören. Heute ist sie noch Vision. Ihren Preis hat sie schon. ..."
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Finale im Marianne-Brandt-Wettbewerb
Junges, kreatives, europäisches Design wird in Chemnitz geehrt
Amtsblatt vom 22.09.2010
"Mit Engagement arbeiten die Mitglieder des Kunstvereines Villa Arte Chemnitz bereits seit einigen Monaten an der Vorbereitung
des Internationalen Marianne-Brandt-Wettbewerbes, der im Oktober 2009 europaweit zum vierten Male ausgeschrieben wurde. Mit
insgesamt 22.500 Euro förderte die Stadt das Kunstereignis von internationalem Rang.
Im Rhythmus von drei Jahren fordert dieser Wettbewerb junge Gestalter, Fotografen, Studierende und Absolventen
von Hochschulen auf, sich unter dem Thema "Die Poesie des Funktionalen" mit aktuellen Entwürfen und Konzepten um die begehrten
Preise und Auszeichnungen zu bewerben. In Reminiszenz an eine der bedeutendsten Töchter der Stadt Chemnitz wurde der Wettbewerb
in den Kategorien Produktgestaltung und Fotografie ausgeschrieben und bezieht sich damit auf die fruchtbarsten Schaffensbereiche
der berühmten Bauhauskünstlerin Marianne Brandt. Eine dritte Kategorie wechselt in jedem Wettbewerb und hat diesmal das Thema
"Licht im öffentlichen Raum" aufgegriffen.
Der Kunstverein Villa Arte e. V. will mit diesem Wettbewerb, ein Jahr nach dem 90. Jubiläum des Epoche prägenden
Bauhauses, an die Gedanken und Ideen dieser avantgardistischen Schule erinnern und gemeinsam mit der Stadt Chemnitz, dem Land
Sachsen, der Sparkasse Chemnitz und verschiedenen Wirtschaftsunternehmen zur innovativen gestalterischen Auseinandersetzung
inspirieren.
Aus 410 Einreichungen aus zwölf europäischen Ländern wurden von der internationalen Jury die zwölf Preisträger
und weitere Sonderpreisträger ausgewählt. Vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst wird erneut der Förderpreis
der Kunstministerin vergeben. Zahlreiche Sonderpreise, von namhaften Firmen geestiftet, werden am 24. Septeber an die Schöpfer, die
kreativen jungen Gestalter und Fotografen, deren Exponate dafür ausgewählt wurden, übergeben. Die Preisträgerarbeiten werden im
Anschluss im Sächsischen Industriemuseum Chemnitz bis zum 10. Oktober gezeigt. Anschließend gehen die Arbeiten zu den Designers
Open nach Leipzig und vom 1. bis 17. November ist eine Ausstellung in der Akademie der Künste in Dresden geplant ..."
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Bildungstour 'Mauerfälle' macht in Chemnitz Station
info tv Leipzig vom 18.05.2010
"Die Wanderausstellung 'Mauerfälle' ist derzeit auf ihrer ersten Station in Chemnitz zu sehen. Nach ihrer Premiere auf der Leipziger
Buchmesse im März gastiert die Schau nun im Chemnitzer Industriemuseum und zeigt das Original-Mauerstück, das bereits von Michail Gorbatschow,
Goerge Bush, Helmut Kohl und Lech Walesa signiert wurde.
Der Chemnitzer Ehrenbürger Christoph Magirius fügte zur Eröffnung dem ehemaligen Stück deutsch-deutscher Grenze seine
Unterschrift hinzu. Er hatte 1989 die 'Runden Tische' mitinitiert, war mitten drin in der friedlichen Revolution.
'Es war eine Zeit ungeheurer Spannung - das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen, wenn man gelassen an einem Abend
wie heute hierher geht', sagte Magirius. 'Es war ja völlig unentschieden, wie die Staatsmacht damals reagieren würde auf die Bewegung. Es stand
ja alles auf Messers Schneide. Es konnte ebenso in einem Blutvergießen enden wie dann in der Lösung, wie wir sie hatten. Aber die Spannung war
erheblich, das ist das, was mir sofort einfällt.'
Die Fotosammlung 'East - Zu Protokoll' sowie das Schulbuch 'Der 9. Oktober – 20 Jahre danach' sollen es Erwachsenen wie
Jugendlichen und sogar Kindern ermöglichen, die Geschehnisse von 1989 auch nach bereits zwei Jahrzehnten zu verstehen - und nachzufühlen. Denn
so vieles, was heute normal ist, war damals unerhört, unglaublich und sogar gefährlich. Die heutige Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara
Ludwig (SPD) erinnert sich:
'Das hat mich zu Anfang unheimlich bewegt. Wenn ich irgendwohin gefahren bin - und nicht am 11. November, sondern immer wieder
- habe ich viele Male an der Grenze überlegt, ob ich wirklich wieder zurück kommen kann. Vor allem, weil meine Tochter da war, und das war so
ein wunderbares Gefühl: Man konnte gehen und doch wieder kommen, und heute ist das so selbstverständlich.'
Gestaltet wurde das Mauerstück vom Leipziger Künstler Michael Fischer-Art. Er hat im Oktober 89 als einer von Zehntausenden
auf den Straßen Leipzigs demonstriert; heute teilt er seine Erfahrungen mit anderen - durch seine Kunst und durch Gespräche. Fischer-Art ist
froh über die Veränderungen, die Freiheiten und Möglichkeiten.
'Jeder auch ein bisschen die Chance, sein eigenes Glück in die Hand zu nehmen', sagte Fischer-Art. 'Es gibt nicht den typischen
Wendeverlierer. Es gibt bestimmt äußere Einflüsse, die darauf einwirken, aber es gibt ja immer die Möglichkeit, sich frei zu entfalten. Und vor
allem wird man nicht mehr für ein Buch verhaftet, das man liest oder verborgt, und man wird auch nicht dafür verhaftet, wenn man seine Meinung
sagt. Man kann beispielsweise sagen: Was die Regierung momentan mit dem Euro macht, ist Irrsinn. Dann wird man vielleicht komisch angeschaut,
aber man wird nicht eingesperrt oder in ein russisches Gefangenenlager gesteckt. Und das ist eben das, was wir mit der DDR hinter uns gelassen
haben, und das haben heute viele vergessen.'
Gegen dieses Vergessen wird die Ausstellung 'Mauerfälle' 19 weitere Stationen in Deutschland und Europa ansteuern. Die
Initiative 'Verbundnetz für Demokratie und Toleranz', die diese Bildungstour organisiert, plant zudem, die Gedanken und Gefühle der Besucher
aller Stationen in einem 'Buch der Zukunft' zu dokumentieren und dadurch Vergangenheit und Gegenwart miteinander zu verbinden. ..."
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125 Jahre Wanderer-Werke bei Traditionstreffen gefeiert
Ehemalige Mitarbeiter des Nachfolgebetriebes Heckert-Werke und des Industriewerkes sehen sich im Industriemuseum wieder - Von
der Leidenschaft zum Maschinenbau
Freie Presse vom 22.02.2010
"... Es war eine Art Klassentreffen der besonderen Art: Gestern haben sich 220 ehemalige Mitarbeiter der Heckert-Werke und des Industriewerkes
im Industriemuseum getroffen. Anlass des Traditionstreffens war das 125-jährige Bestehen der Wanderer-Werke. Auf dem Programm standen Rückblicke
in die Arbeit, das Wiedersehen alter Kollegen und Informationen über die Zukunft des Unternehmens.
Die Geschichte der Wanderer-Werke fing mit einem Fahrrad an: 1885 begannen die Wanderer-Werke, die Zweiräder herzustellen. Mit
dem Bau von Motorrädern, Autos, Schreib- und Fräsmaschinen entwickelten sie sich zu einem der wichtigsten Industriestandorte von Chemnitz. 1948
wurden die Wanderer-Werke enteignet und zum VEB Fräsmaschinenbau umgewandelt. 1951 entstanden die "Fritz-Heckert-Werke Karl-Marx-Stadt" und das
Industriewerk als Nachfolger.
Genau in jenem Jahr begann Klaus Kallmer im Heckert-Werk in Siegmar seine Ausbildung zum Maschinenschlosser. Der 73-Jährige hat
fast sein ganzes Leben bei den Heckert-Werken gearbeitet und ist Mitglied in der Seniorengruppe, die das Traditionstreffen mit ins Leben gerufen
hat. "Wenn man dort ausgebildet worden ist und sein Leben lang diese Fähigkeiten einsetzen konnte, dann ist das die Erfüllung des Lebens", sagt
Kallmer. So arbeitete er beispielsweise bei der Anbringung der beschrifteten Platten an die Hausfassade hinter dem Marx-Monument mit. "Ich war
kein Parteimitglied und saß dann plötzlich bei der Eröffnung hinter Erich Honecker." Ebenfalls eine prominente Arbeit Kallmers ist das
Glockenspiel im Rathaus, bei dem er Bauleiter war. "Obwohl ich schon in Rente war, habe ich fünf Jahre mitgearbeitet."
Für viele ehemalige Mitarbeiter bleibt der Maschinenbau eine Leidenschaft. Claus Nebel, 23 Jahre Mitarbeiter, brachte seinen
Sohn mit, der als Zerspanungsmechaniker arbeitet: "Es hat sich einiges in der Arbeitsweise geändert, da ist es mal interessant, zwischen damals
und heute zu vergleichen. Für Dietrich Wohllebe hat Heckert auch nach 33 Jahren Mitarbeit Bedeutung. Mich interessiert die Entwicklung des
Unternehmens. Obwohl man nicht mehr dort arbeitet, will man wissen, wie es weiter geht. Es war meine Arbeit und der längste Teil meines Lebens.
Für die meisten ist das Wiedersehen alter Kollegen das Schönste an dem Treffen gewesen. "Das ist schon besonders, wenn man
plötzlich Leute wiedersieht, die man noch vom Studium kennt", sagt Kallmer. Sein ehemaliger Kollege Heinz Neubert meint: "Ich habe hier Kollegen
getroffen, die ich seit zehn Jahren nicht mehr gesehen habe."
Heute stellt das Unternehmen Starrag-Heckert noch immer Fräsmaschinen her, die zum Beispiel zum Bau von Autos und Windrädern
genutzt werden."
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Chemnitz, Karlsbad
Metropolen mit Flair
Dampfbahn-Magazin 8/2010
"... Als Tagesausflug für alle Gäste des Erzgebirges oder als Station bei der An- und Abreise sei ein Besuch in der sächsischen Metropole
Chemnitz empfohlen. Im 'sächsischen Manchester' wurde einst Industriegeschichte geschrieben. Heute gilt die drittgrößte sächsische Stadt auch
als 'Stadt der Moderne'. Erblüht zur Zeit der klassischen Moderne, die nach wie vor Impulse gibt für die dynamische Entwicklung von Wirtschaft
und Wissenschaft in Deutschland, steht Chemnitz gleichzeitig für die Einflüsse der kulturellen und architektonischen Moderne. Die Geschichte
der Industriemetropole und der Industrialisierung erleben Sie bei einem Besuch des Sächsischen Industriemuseums. ..."
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Praktisch schön
Das Industriemuseum zeigt Nominierte und Preisträger im Wettbewerb um Sachsens Vorzeigedesign
Karacho 3/2010
"Der Anspruch der Schau ist schnell beschrieben: Es sollen 'herausragend gestaltete Produkte und Dienstleistungen als auch überzeugende
Kommunikationsdesigns' öffentlich gewürdigt und 'die Leistungsfähigkeit von Design' herausgestellt werden.
Seit 1992 lobt das Ministerium für Wirtschaft und Arbeit im Freistaat den Sächsischen Staatspreis für Design aus; im November 2009 wurde er
nun zum zwölften Mal vergeben. Insgesamt 41 Projekte in vier Kategorien - Produktdesign, Kommunikationsdesign, Sonderpreis Juniordesign,
Sonderpreis der Handwerkskammern - hatten die Endrunde erreicht, 18 wurden prämiert. Und nun sind all die innovativen Ideen in Chemnitz zu
bestaunen. So lässt der Limbah-Oberfrohnaer Hersteller Idee.Design.Licht mit seiner energiesparenden Ringform-Leuchtsotfflampe 'Sollos' und der
ringförmigen Pendelleuchte 'Airflite' so manches Licht aufgehen, was ihm gleich zwei Nominierungen in der Kategroie Produktdesign einbrachte.
Vereint mit den Ergebnissen der anderen Kategorien wird die Vielfalt und Spannweite von Gestaltung erlebbar - vom Fahrrad bis zu Uhr. So erzählt
zum einen der erste Preis der Kategorie Kommunikationsdesign die Funktionsweise des Vernichtungsapparates des Nationalsozialsismus an einem
verwaltungstechnischen Detail: In einem aufwändig gearbeiteten Buchblock wird die Geschichte der SS-Rune XX als Sonderzeichen auf
Schreibmeaschinen nachgezeichnet. Zum anderen wirkt der winzige, weich anmutende Sarg 'Himmelswolke' für Fehl- und Todgeburten, der mit dem
Förderpreis ausgezeichnet wurde, beim Besucher lange nach. Es sind eben ganz unterschiedliche Exponate: kreativ, besonders, zukunftsweisend. ..."
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Industriemuseum
Ideen sind Formsache
Blitz! 2/2010
"Zum 12. Mal wurde Anfang des Jahres der Sächsische Staatspreis für Design vergeben. Aus 273 Einreichungen inn vier Kategorien schafften es
41 Objekte auf die Nominierungsliste. Diese sind jetzt bis zum 11. März im Industriemuseum zu sehen. Organsisiert wird die Ausstellung von der
Firma SUBdesign. Projektleiter Andrej Krabbe und Claudia Wasner vom Industriemuseum freuen sich über einen gelungenen Wettbwerb und interssante
Ausstellungsstücke, von denen am Ende 18 ausgezeichnet wurden. Unter den Objekten befinden sich ein voll ausgestattetes und nur knapp fünf
Kilogramm schweres Fahrrad, eine Serie von kunstvoll geformten Leuchtstoffröhren, das Strategiespiel Caro oder eine etwa acht Meter lange
Sitzbank aus Holz, die aussieht, als hätte man ein langes Kanu einfach herumgedreht und den Rumpf zu einer Sitzfläche abgeschliffen. 'Die Bank
ist nur ein Prototyp, aber sehr praktisch', findet Krabbe. 'Andere Austellungsstücke werden sogar schon für die Wirtschaft produziert.' ..."
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