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Pressespiegel 2012

Die Themen:

Schoko-Chefs zu Gast bei Sonderschau

Spitzen der deutschen Süßwarenindustrie waren gestern im Industriemuseum zu Gast. Geschäftsführer mehrerer Hersteller besuchten die Schokoladen-Ausstellung.
   > Freie Presse (23.03.2012)

Museum erhält Hilfe aus Zwickau

Die Westsächsische Hochschule und das Industriemuseum arbeiten künftig enger zusammen. Alte Fahrzeuge sollen mit neuer Technik wieder zum Laufen gebracht werden.
   > Freie Presse (18.01.2012)

Azubis machen Dampfmaschine flott

Auszubildende der Chemnitzer Bildungswerkstatt haben die alte Anlage im Industriemuseum aufgearbeitet.
   > Freie Presse (17.01.2012)



Schoko-Chefs zu Gast bei Sonderschau


Spitzen der deutschen Süßwarenindustrie waren gestern im Industriemuseum zu Gast. Geschäftsführer mehrerer Hersteller besuchten die Schokoladen-Ausstellung.

Freie Presse vom 23.03.2012

"Die Deutschen mögen es süß. Mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von mehr als elf Kilogramm im Jahr wird in der Bundesrepublik nach der Schweiz weltweit die meiste Schokolade verzehrt. Bei Süßwaren steht der siebte Rang zu Buche. Für Michael Heinemann ist der Hang zum Naschen kein Wunder. "Deutschland und insbesondere Ostdeutschland ist die Wiege der Schokolade. Die erste Milchschokolade der Welt wurde 1839 in Dresden produziert", erkärte der Vorsitzende der Landesgruppe Ost des Bundesverbandes der deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) beim gestrigen Rundgang.
   Der BDSI ist Schirmherr der Sonderausstellung "Das süße Herz Deutschlands", die seit Ende November bislang 25.000 Besucher angezogen habe. Ein "großer Erfolg", so Heinemann, der neben seinem Amt im Verband Geschäftsführer der Weißenfelser Handelsgesellschaft ist. Sie vertreibt die seit 1956 hergestellten Filinchen, eine Art Waffelbrot, das zu DDR-Zeiten beliebt war und meist mit süßen Aufstrichen wie Honig oder Marmelade gegessen wurde.
   Heinemann zufolge verlassen noch heute 70.000 bis 80.000 Päckchen Filinchen täglich das Werk im thüringischen Apolda, Hauptabsatzmarkt sei weiterhin Ostdeutschland. "In den alten Bundesländern kämpfen wir jedes Jahr um bessere Regalplätze für unsere Produkte. Auch dort geht es aber aufwärts", so Heinemann.
   Der Name des Produkts gehe auf den Bäcker Oskar Kompa zurück, der das Gebäck für seine "Filinchen" genannte Jugendliebe Felicitas erfunden habe. Deren Herz habe er mit den spröden Weizenteig-Platten zwar nicht erobern können - den Namen behielt er jedoch bei.
   Ebenfalls auf eine Frau, nämlich die des früheren Süßwarenherstellers Rudolf Hoinkis, geht der Name der Liebesperlen zurück - bunte Dragees aus Zucker mit einem Durchmesser von vier Millimetern. "Nachdem mein Urgroßvater die Perlen erfunden hatte, hatte er einmal geäußert, dass er seine Familie genauso liebe wie diese. Seine Frau gab den Perlen daraufhin ihren Namen", erzählte Matthias Hoinkis gestern, der das Görlitzer Familienunternehmen in der vierten Generation leitet. Im Chemnitzer Industriemuseum führte er eine Dragiermaschine vor: In dem bronzefarbenen Kessel werden Zuckerkörner mit Flüssigzucker benetzt und danch mit Traubenzucker abgestreut - fertig sind die Liebesperlen.
   Bei Schokolade liegen, wie Gerhard Keller von der August Storck KG betonte, insbesondere dunkle Sorten im Trend. "Die Leute assoziieren damit einen stimmungsaufhellenden Effekt auf den Organismus." Zwar seien im Kakaopulver tatsächlich antidepressiv wirkende Substanzen zu finden. "Deren Konzentration ist aber viel zu gering. Für einen merklichen Effekt müsste man kiloweise Schokolade essen."
   Die Sonderschau "Das süße Herz Deutschlands" im Industriemuseum steht noch bis zum 15. April offen. Schwerpunkt ist die Entwicklung der sächsischen Süßwarenindustrie. "Nach Haribo und da Vinci wird es vermutlich die am drittbesten besuchte Sonderausstellung in der Geschichte unseres Hauses", so Projektleiter Achim Dresler ..."



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Museum erhält Hilfe aus Zwickau


Die Westsächsische Hochschule und das Industriemuseum arbeiten künftig enger zusammen. Alte Fahrzeuge sollen mit neuer Technik wieder zum Laufen gebracht werden.

Freie Presse vom 18.01.2012

"Eine Kooperationsvereinbarung haben das Sächsische Industriemuseum Chemnitz und die Westsächsische Hochschule Zwickau gestern unterzeichnet. Zukünftig wollen die beiden Einrichtungen in Forschung und Lehre stärker zusammenarbeiten. In Abschluss- und Seminararbeiten sowie Praktika können die Hochschüler künftig an verschiedenen Projekten des Museums teilnehmen und damit ihr theoretisches Wissen praktisch anwenden.
   "Wir planen zum Beispiel eine Sonderausstellung zum Thema Rechentechnik. Einige Exponate müssten noch zum Laufen gebracht werden. Da hoffen wir auf die Hilfe von Studenten der Hochschule Zwickau", sagt Andrea Riedel, Direktorin des Industriemuseums. Für das Museum sei dies vor allem eine Kostenersparnis. Im kommenden Jahr wird zudem die Dauerausstellung zehn Jahre alt. "Das ist immer ein Knackpunkt, und wir denken darüber nach, etwas Neues zu machen", sagt Riedel. Auch dabei könnten die angehenden Kraftfahrzeugtechniker helfen.
   Dass das Industriemuseum und die Hochschule zusammenarbeiten, ist allerdings nicht neu. Bereits seit acht Jahren gibt es Kontakte. So rekonstruierten die künftigen Kraftfahrzeugtechniker beispielsweise einen Dampfkraftwagen der Firma Hermann Michaelis aus dem Jahr 1878. Und von 2008 bis 2010 tüftelten Studenten an der Restaurierung des Rennwagens Awtowelo 650. Anhand von wenigen erhalten gebliebenen Teilen, die im Fundus des Museums lagen, entstand zunächst ein virtuelles Modell. Danach wurde ein sogenanntes Rolling Chassis, ein Fahrgestell mit Motor, gebaut.
   "Unsere Studenten haben eine hohe Affinität für das Historische", erklärt Roland Reißig, Mitarbeiter der Fakultät. Mithilfe der alten Fahrzeuge und Maschinen kann die moderne Technik angewendet werden. "Dabei vertiefen sie ihr Verständnis für die Technik und haben viel Spaß dabei", sagt Reißig.
   Es gehe vor allem um die praktische Arbeit. Ein weiterer Vorteil liege darin, dass Abschlussarbeiten, die in Zusammenarbeit mit dem Industriemuseum entstehen, anders als aktuelle Forschungsprojekte, nicht geheim sind. "Die Studenten können ihre Ergebnisse präsentieren und werden auch zu potenziellen Besuchern des Museums", sagt die Direktorin. ..."



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Azubis machen Dampfmaschine flott


Auszubildende der Chemnitzer Bildungswerkstatt haben die alte Anlage im Industriemuseum aufgearbeitet.

Freie Presse vom 17.01.2012

"Die mehr als 100 Jahre alte Dampfmaschine im Eingangsbereich ist für Besucher des Industriemuseums ein Blickfang. Einmal im Monat wird sie in Betrieb genommen - dann darf sie dampfen wie zu DDR-Zeiten, als sie mit einer Leistung von 200 PS eine Sägemaschine in einem Sägewerk im erzgebirgischen Börnichen angetrieben hatte. Doch in den vergangenen Jahren hatte die Maschine altersbedingt Kraft eingebüßt. Grund: die Ventilgewinde.
   "Die waren völlig abgenutzt und kaum noch als solche zu bezeichnen. Das hat dazu geführt, dass die Dampfmaschine mehr und mehr Luft gezogen hat, was sich negativ auf die Leistung ausgewirkt hat", sagt Frank Schröder, der für die Vorführungen zuständig ist.
   Im Herbst des vergangenen Jahres habe man sich mit dem schon länger bestehenden Problem an die Chemnitzer Bildungswerkstatt gewandt. Das an der Annaberger Straße ansässige Unternehmen bildet junge Erwachsene in gewerblich-technischen sowie in kaufmännischen Berufsfeldern praktisch aus. "Wir haben 700 Lehrlinge, davon 80 Umschüler, aus 200 Betrieben", so Ausbildungsberater Eckehard Bauer. Dem 53-Jährigen zufolge, der außerhalb seines Berufs als Urgestein der Chemnitzer Musikszene bekannt ist, war die Herstellung der Teile für die Dampfmaschine kein einfaches Unterfangen.
   Das bestätigte gestern auch Sascha Dewart, der mit seinem Lehrausbilder Randy Gelfert einen Großteil der Arbeit erledigte. "Vom Ventilgeweinde war nicht mehr viel übrig. Deswegen gab es keine brauchbare Vorlage zur Herstellung eines neuen, deckungsgleichen. Das ging nur über zahlreiche Versuche", so der 26-Jährige, der wegen eines Kreuzbandrisses vom Fliesenleger zum Zerspaner umschult und zwei von drei Lehrjahren bereits hinter sich hat. Für die Herstellung der neuen Gewindeteile habe man am Ende insgesamt drei Tage benötigt. Ob die 1896 gebaute, annähernd 14 Tonnen schwere Dampfmaschine mit diesen wieder rund läuft, steht freilich noch nicht fest. Denn noch sind die Teile nicht eingebaut. "Das wird erst in den nächsten Tagen passieren. Es sind dazu mehrere Testläufe notwendig", so Frank Schröder. Die Kooperation von Bildungswerkstatt und Museum beschränkt sich darüber hinaus laut Eckehard Bauer nicht auf die Dampfmaschine. "Auch bei der Aufarbeitung anderer Maschinen haben unsere Azubis dem Industriemuseum in der Vergangenheit schon unter die Arme gegriffen", sagt Bauer. ..."



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