| Sonderausstellung |
beflügelt - Wendt & Kühn, Kabisch & Ringel | 18. November 2006 - 14. Januar 2007
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Die stilisierte Wetterfichte auf Bergeshöhe mit den Insignien "W. u. K." ist das Markenzeichen der mittlerweile über 90jährigen Grünhainicher
Firma Wendt & Kühn.
Besonders bekannt unter Kennern und beliebt unter Sammlern erzgebirgischer Volkskunst sind die kleinen Engelsfiguren aus den Werkstätten mit
ihrem eigenen "Markenzeichen", den grünen Flügeln mit den elf weißen Punkten.
Wer einmal einen ersten Engel geschenkt bekam oder ihn gar selbst erwarb, konnte meist nicht widerstehen, und der Grundstock für eine illustre
Engelsschar oder muntere Engelskapelle war gelegt.

91 Jahre Grünhainicher Werkstätten Wendt & Kühn sind Grund genug, auch im Sächsischen Industriemuseum neben Werkzeugmaschinen und Lokomotiven,
Textiltechnik oder Ingenieurwesen die Heerschar der kleinen Engel und ihre Verwandten und Abkömmlinge auftreten zu lassen.
Die Grünhainicher Manufaktur und all die anderen größeren und kleineren Werkstätten im Erzgebirge verstehen sich in der Regel natürlich nicht
als Industriebetriebe. Aber auch sie sind ein nicht unbedeutender Wirtschaftsfaktor für Sachsen und haben auch in touristischer Hinsicht den Ruf
des "Weihnachtslandes Erzgebirge" geprägt. Der/die Holzspielzeugmacher/in beispielsweise ist wieder ein anerkannter Lehrberuf mit Meisterabschluss,
Holzgestaltung ein Studiengang der Westsächsischen Hochschule Zwickau innerhalb des Fachbereichs Angewandte Kunst in Schneeberg.

Als Spielzeug sind die kleinen Flügelwesen und auch ihre größeren Geschwister sicher weniger geeignet. Als Accessoires, so könnte man heute sagen,
haben diese Figuren seit Generationen längst ihren Einzug in die Wohnkultur aller Gesellschaftsschichten – und nicht nur in Deutschland -
gehalten.
Viele Prominente, Künstlerinnen und Künstler wie Marlene Dietrich oder Helene Weigel bekannten und bekennen sich zu den Kreationen der 1915 von
Margarete Wendt und Margarete Kühn begründeten Firma. Und 90 Jahre später wird immer noch ausschließlich nach den Entwürfen von Grete und Olly
Wendt produziert.
Olly Sommer, die spätere Frau Grete Wendts Bruder Johannes, kam 1920 als Absolventin der Dresdner Kunstgewerbeakademie in die Firma, während
Mitgründerin Margarete Kühn nach ihrer Hochzeit aus dem Unternehmen ausschied.
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| [Margarete (hinten) und Olly Wendt bei ihren Entwürfen] | [Margarete Wendt vor dem Musterschrank] | [Max Nestler beim Holzzuschnitt, Ender der 20er Jahre] | [Die Malerei am Ende der 30er Jahre] |
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| Marcel Kabisch, geboren 1977 in Crimmitschau, und Hartmut Ringel, geboren 1970 in Aachen, sind Absolventen eben dieser Hochschule. Beide
Gestalter haben sich bereits in Fachkreisen einen Namen gemacht, begründet durch bemerkenswerte Ausstellungsbeteiligungen und renommierte
Auszeichnungen. Marcel Kabisch erhielt beispielsweise 2003 den Preis für Gestaltung in der Rubrik Möbel der TALENTE 2003 innerhalb der 55. Handwerksmesse München. Seine Arbeit fand Erwähnung anlässlich des SÄCHSISCHEN STAATSPREISES FÜR DESIGN 2003 und wurde für den DESIGNPREIS DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND 2004 nominiert. Hartmut Ringel erhielt u. a. den BAYERISCHEN STAATSPREIS IM HANDWERK 2002 sowie den Preis des MARIANNE BRANDT-WETTBEWERBS der Stadt Chemnitz, vertreten durch das Industriemuseum Chemnitz und den Kunstverein Villa Arte e. V. |
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Was die beiden Künstler vereint und für unsere Ausstellung wertvoll macht, ist ihre Liebeserklärung an das Erzgebirge: ... die Freude an der Mechanik und an dem Spiel mit physikalischen Prinzipien gepaart mit der Sinnlichkeit von Holz, Filz und Aluminium beflügelt uns zu diesen Arbeiten. Durch weitgehende formale Abstraktion versuchen wir dem so unglaublich schöpferischen Geist des Erzgebirges neuen Ausdruck zu geben. Der einzigartigen Mischung aus Erfindungsdrang und Behaglichkeit, wie sie auch die bergmännische Tradition, die Industrielle Revolution und die weltweit bekannten Holzspielzeuge widerspiegeln, gilt unsere Begeisterung." |