In Sachsen fehlten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die wesentlichen Voraussetzungen für die Ansiedlung einer Schwerindustrie.
Sächsische Eisenerze konnten weder quantitativ noch qualitativ mit anderen deutschen Eisenerzen konkurrieren. Auch die vor Ort geförderte
Steinkohle erwies sich für die Eisenverhüttung und Stahlerzeugung wenig brauchbar. Spätestens als die westdeutschen Montanwerke mit der
Einführung des Thomasverfahrens in der Lage waren, phosphorreiche lothringische Erze billig und in großen Mengen zu verhütten, hatte die letzte
Stunde der sächsischen Hüttenindustrie geschlagen. 1880 wurde der letzte sächsische Eisenerz-Hochofen ausgeblasen und die Erzeugung von Roheisen
1901 eingestellt. Die sächsischen Eisen- und Stahlwerke verlegten sich zunehmend auf die Verarbeitung angekauften Roheisens. Neue Eisengießereien
entstanden vor allem in der Nähe der Standorte des Maschinenbaus. |

[Martha Schrag, Blick auf die Vorstadt Kappel, 1930, Kunstsammlungen Chemnitz, Foto: László Tóth, Chemnitz]
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In Chemnitz, dem 'Sächsischen Manchester', faszinierten die Künstler die rauchenden Schornsteine und das Leben in der Industriestadt. Martha
Schrag [1870 - 1957] widmete sich zeit ihres Lebens dem Thema Arbeit und Alfred Kunze [1866 - 1943] zog vor allem das Stadtleben in Bann. Ein
krasses Gegenbild zur Präsentation blühend-produktiver Fabrikensembles ist 'Die Gießerei' von Otto Dix [1891 - 1969]. Dieses Ölbild malte er als
neunzehnjähriger Dresdner Kunstgewerbeschüler in stilistischer Anlehnung an van Gogh. |