> Jørgen Skafte Rasmussen
> Der Beginn
> Die Entwicklung des Dampfkraftwagens
> Vom Spielzeugmotor zum Fahrradhilfsmotor
> Ausbau zum Großunternehmen
> Großer Erfolg trotz Krise
Die Gründung der Auto Union AG |
Die Gründung der Auto Union AG
Um einem wirtschaftlichen Kollaps der sächsischen Automobilbranche zuvorzukommen, drängten die Kreditgeber, allen voran die Sächsische Staatsbank,
die inzwischen zum Konkurs reifen Horchwerke in Zwickau, die unprofitable Automobilsparte von Wanderer in Chemnitz und Rasmussens 'angeschlagene'
Werke, Audi in Zwickau und die Zschopauer Motorenwerke AG, in einem konzentriert gemanagten Konzern zusammenzufassen. Rasmussen musste der Fusion
wohl oder übel zustimmen, selbst hoffend, bei Besserung der gesamtwirtschaftlichen Lage eine Reprivatisierung seines DKW-Imperiums zu erreichen.
Am 29. Juni 1932 [rückwirkend zum 1. November 1931] wurde der neue sächsische Automobilblock, die Auto Union AG, symbolisiert durch das
Markenzeichen der vier verschlungenen Ringe, gegründet. Vorstandsvorsitzender wurde Dr. Richard Bruhn. Rasmussen gehörte dem Vorstand, zuständig
für den Bereich Technik, an. Dem bisher in seinem eigenen Unternehmen allein autoritär "herrschenden" Unternehmer fiel es aber äußerst schwer,
sich in dem neuen Unternehmen Auto Union AG einzugliedern. Schwerwiegende Zerwürfnisse zwischen ihm und den anderen Vorstandsmitgliedern,
insbesondere Dr. Bruhn, waren vorprogrammiert. Es kam zum offenen Machtkampf im Vorstand, der damit in seinen eigentlichen Aufgaben gelähmt wurde.
Rasmussen schloss 1938 mit seiner 30-jährigen Schaffensperiode in Zschopau ab. Zu seinem 60. Geburtstag nahm er viele öffentliche Ehrungen
entgegen. Nicht zuletzt ehrte ihn 1939 der dänische König mit dem Ritterschlag auf Lebenszeit durch die Verleihung des Dannebrogsordens. Ein
beschauliches Leben war dem sonst eher umtriebigen Rasmussen in der Umgebung seines Wohnsitzes dennoch nur kurz vergönnt. Das nahende Ende des
Zweiten Weltkriegs zwang ihn, mit seiner Frau 1945 nach Flensburg zu flüchten. Seine Söhne verharrten noch in den Familienunternehmen im
sowjetisch besetzten Teil Deutschlands in Zöblitz und Frankenberg. Sein Sohn Hans, der die Geschäfte von Framo leitete, starb in einem
sowjetischen Internierungslager. Die Familie büßte nahezu alle Vermögenswerte ein. Eine Einreise nach Dänemark verhinderten die dänischen
Behörden zunächst. Erst Ende 1947 erhielt Rasmussen wieder die dänische Staatsbürgerschaft.
Jørgen Skafte Rasmussen starb, 86-jährig, am 12. August 1964 in Kopenhagen. |