Vergangene Sonderausstellungen im Textilmuseum
September - November 2011
SIBYLLE trifft Kunst und Mode
Zwischen 1956 und 1995 war die Modezeitschrift SIBYLLE das Medium für Ausblicke in die internationale
Modewelt. Den Erfolg der SIBYLLE
begründete ihre vergleichsweise hohe künstlerische und redaktionelle Freiheit unter realsozialistischen Verhältnissen in der DDR. Als
Meinungsmacherin für Mode und Kultur, auch 'Vogue des Ostens' genannt, war sie eine Frauenzeitschrift neuen Typs, die der neuen
Sujetkombination 'Alltags-Chic für Frauen' Raum bot. Das Profil der SIBYLLE war neu und verortete die Modeschöpfung in das Umfeld von
Kunst und Kultur. Beiträge aus der Kulturszene unterstrichen gewollt den Kreativprozess des Modemachens. Heft für Heft reihte sich
Modeschöpfung neben Literatur, Theater, Malerei, Grafik, Architektur und Formgestaltung ein. Der ideenreiche Fotografie-Stil avancierte
zum Inbegriff für die weibliche Unabhängigkeit. Die Symbiose von Mode- und Porträtfotografie prägte SIBYLLE über Jahrzehnte hinweg.
Neben aktuellen Modetrends bestand der wesentliche Beitrag der SIBYLLE im Entwurf eines Frauenbildes, das die Frau unabhängig und
selbstbewusst zeigte.
In der Ausstellung 'SIBYLLE trifft Kunst und Mode' konfrontierte die Kuratorin und Designerin Kathi Halama die
Modewelt der SIBYLLE mit Arbeiten des Studiengang Modedesign der Fakultät für Angewandte Kunst Schneeberg [FH Zwickau], und dem
Chemnitzer Designlabel mutare mode + accessoires/texSTILform.
Juli - September 2011
Heiße Eisen
Die ersten Spuren eines Bügeleisens fand man im alten China während der HAN-Dynastie [202 v. Chr. - 220 n. Chr.]. Hier verwendeten die
Chinesinnen ein sogenanntes Pfanneneisen, in das sie mit Sand vermischte, glühende Kohlen füllten, um damit ihre seidenen Gewänder zu
glätten.
Auch wenn das Bügeleisen seitdem unzählige Verbesserungen erfahren hat, so bleibt allen Varianten doch eines gemeinsam: Wärme hat in
Verbindung mit Druck einen glättenden Effekt auf Textilien.
Das Westsächsische Textilmuseum Crimmitschau nahm sich in seiner aktuellen Foyerausstellung diesen Themas an und führte den Besucher
auf eine Reise durch die Geschichte des Bügeleisens. Dabei gab es ein handgeschmiedetes Bügeleisen aus dem 19. Jahrhundert zu bestaunen
und man begegnete einem Dampfbügeleisen, das vielleicht vor zehn Jahren noch im eigenen Haushalt Verwendung fand.
März - Mai 2011
Es gab nicht nur den schwarzen Kanal - Streiflichter aus 39 Adlershofer Fernsehjahren
Seit 1994 beschäftigen sich ehemalige Mitarbeiter des Fernsehfunks in der Fachgruppe 'DFF-Adlershof' im
Förderverein 'Sender Königs Wusterhausen e. V.' mit der Geschichte des DDR-Fernsehens. Das Fernsehen der DDR, das von 1952 bis 1991
hauptsächlich aus Berlin-Adlershof, aber auch aus dem Kulturpalast in Karl-Marx-Stadt sendete, kehrte in die Erinnerung zurück.
Liebevoll trugen die Vereinsmitglieder Dokumente ihres Arbeitsalltags zusammen und
erinnerten mit Bildtafeln und Plakaten an Werke der Fernsehdramatik, Sendereihen der Fernsehunterhaltung und publizistische Sendungen.
Kostüme weckten die Erinnerung an beliebte Künstler und Moderatoren. Jugendsendungen wurden wieder lebendig und das Kinderfernsehen
bezauberte mit Szenenbildmodellen des Sandmännchens.
Das Eröffnungsprogramm gestaltete Lutz Jahoda gemeinsam mit Edgar Pfeil, dem Sprecher des 'Papagei Amadeus' und
Sonja Schmidt-Hilscher, deren Hit 'Ein himmelblauer Trabant' vielen noch in Erinnerung ist. Lutz Jahoda ist vielen älteren
Crimmitschauern u. a. als Moderator der Sendereihe 'Mit Lutz und Liebe' bekannt, die im Studio Kulturpalast Karl-Marx-Stadt
aufgezeichnet wurde.
Februar - Mai 2011
Mechanische Tierwelt - Eine Fotosafari von Sebastian Köpcke und Volker Weinhold
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entstanden die ersten industriell gefertigten mechanischen Spielzeuge. Der
neuartige Lithographie-Druck erlaubte es um 1890, die zuvor von Hand lackierten Objekte zu deutlich günstigeren Preisen und in
größeren Stückzahlen anzubieten. Weil zu diesem Zeitpunkt Autos, Motorräder und Flugzeuge noch auf ihre Erfinder warteten, nahm die
Nachbildung von Tieren anfangs einen großen Raum ein. Dabei entstanden kleine technische Wunderwerke, die sich mit Hilfe eines
Schlüssels von Kinderhand zum Leben erwecken ließen.
Deutschland war Hochburg der Blechspielwaren-Industrie. Von hier aus wurde in alle Welt geliefert. Aber auch in
anderen Ländern etablierten sich namhafte Hersteller. In den 1950er und 1960er Jahren waren die besten Zeiten vorüber. Nach dieser
letzten Blütezeit begann der Niedergang. Begegnet man heute einem Blechtier unserer Tage, so stammt es zumeist aus fernöstlicher
Produktion. Seine historischen Artverwandten sind längst eine bedrohte Spezies, deren Überleben allein in der Obhut liebevoller
Sammler gesichert ist.
Januar - März 2011
Verdruckt?
Der Mal- und Zeichenzirkel des Crimmitschauer Kreativ- und Kommunikationszentrum stellte im Foyer des
Textilmuseums 26 Linoldrucke aus. Die Arbeiten der 13 kleinen und großen Künstler im Alter zwischen acht und 40 Jahren zeigten unter
anderem bekannte Gebäude der Stadt Crimmitschau. So waren Ansichten des Rathauses, des Theaters und des Westsächsischen Textilmuseums zu
sehen. Diese Motive sind gleichfalls im aktuellen Kalender des Kreativ- und Kommunikationszentrums zu finden.
August 2010 - Januar 2011
Textilmuseum trifft Eishockeygeschichte. Trikots im Wandel des ETC
Am 03.05.1990 startete mit der Neugründung des ETC Crimmitschau e. V. eine mittlerweile 20 Jahre andauernde
Erfolgsgeschichte, diese Erfolgsstory des westsächsischen Kultvereins haben wir Revue passieren lassen.
Wer erinnert sich nicht an die ersten Erfolge: Die Bayernmeisterschaft, den Gewinn des Alpencups und den Aufstieg in
die zweite Bundesliga. Aber auch spezielle Fan-Aktionen wie der Eintrag ins Guinessbuch der Rekorde und der erste Sonderzug waren
Themen. Erfolge und Niederlagen wechselten sich ab und auch bittere Stunden des Vereins wurden beleuchtet.
Wir blickten auch auf 90 Jahre Eishockey in Crimmitschau zurück. Die Ausstellung war nicht nur für alle Fans und
Freunde des Eishockey sondern ebenso für alle an Crimmitschauer Geschichte Interessierte gedacht.
August 2010 - Januar 2011
Spengler & Fürst GmbH & Co. KG
Die Tradition des Unternehmens reicht mit der Buckskinfabrik Carl Spengler bis in
das Jahr 1837 zurück. Fortlaufende Investitionen in neue und effiziente
Techniken der Tuchproduktion zahlten sich ebenso aus wie die Orientierung der Qualitäten,
Farben und Muster am jeweiligen Zeitgeist und Modetrend.
Davon zeugen u. a. die Urkunden, die das Unternehmen für
seine ausgezeichneten Produkte zu den Weltausstellungen 1851 in London, 1855 in
Paris und 1893 in Chicago erhielt.
Heute wird die Tuchfabrik Spengler & Fürst GmbH & Co. KG in der vierten Generation durch die Familie
Bräuninger erfolgreich geführt. Mittels neuester Techniken stellt das Unternehmen hochwertige Kammgarngewebe aus reiner Wolle,
Wollmischungen und Gewebe für technische Anwendungen für den internationalen Markt her und ist Bestandteil der modernen sächsischen
Industrielandschaft. Es gibt zwei firmeneigene Geschäfte in Crimmitschau und Dresden, die Maßkonfektion
für Damen und Herren mit Spengler & Fürst-Tuchen anbieten.
Mai - Juli 2010
textil_Gelände in Crimmitschau
Als erste Ausstellung im neu gestalteten Eingangsbereich zum Textilmuseum
präsentierte die Einrichtung die Künstlerische_Abschlussarbeit_textil von Elke Vogler. Die Bilder sind als
künstlerische Abschlussarbeit am Institut für Kunstpädagogik der Universität
Leipzig unter Betreuung von Verena Landau entstanden.
Ein Fotospaziergang durch Crimmitschau inspirierte die Künstlerin die Pläne und Erinnerungen an die einst
hoch industrialisierten Flächen aus dem Verborgenen der Archive ans Licht zu holen. Die entstandenen Malereien zeugen von den städtebaulichen Veränderungen,
den Umnutzungen, der Weiternutzung und dem Abriss. Zu der Auswahl gehören die ehemaligen Produktionsstätten: Herrmann Gubelt AG, die Fabrik von Ernst
Ferdinand Göldner, die Fabrik der Gebrüder Pfau, die Friedrich Trommer GmbH und die Fabrik von E. A. Zöffel.
Als Brücke zwischen Vergangenem und
Gegenwärtigem, Fotografie und Malerei eröffnen die Bilder einen eigenen, individuellen Zugang zur Geschichte des Ortes und der Stadt Crimmitschau und zum
Textilmuseum mit seinen Artefakten, den Produktionsstätten in ihrer Ursprünglichkeit. Das Westsächsische Textilmuseum wird erweitert als Fenster
nach draußen, als Kontakt zur Stadt und Region.
Februar - Mai 2010
Architektur unter Spannung. Tragwerkskonstruktionen als Schnittmodelle
In der Ausstellung wurden Modelle historischer und zeitgenössischer Tragwerke präsentiert. Entstanden sind sie am
Lehrstuhl für Hochbaukonstruktion und Entwerfen der TU Dresden/Fakultät Architektur im Wintersemester 2007/08 als Semesterarbeiten.
Die Aufgabe der Studenten des 2. Studienjahres bestand darin, zu vorgegebenen Bauwerken - u. a. der Stephansdom in Wien, der Japanische
Pavillon auf der Expo 2000 in Hannover und der Durchgangsbahnhof Gare do Oriente in Lissabon - Material in Form von Grundrissen, Schnitten und
Details zu recherchieren und zu sichten. Des Weiteren galt es, diese Informationen auszuwerten, für den geforderten Maßstab 1:50
modellbaugerecht zu abstrahieren und mit den vorgegebenen Modellbaumaterialen Finnpappe und Holz zu arbeiten. Somit konnten die Konstruktionen
in ihrem strukturellen und konstruktiven Aufbau - reduziert auf das Wesentliche des Tragwerks - verglichen werden.
Oktober 2009 - Januar 2010
Keine Konkurrenz in dem Sinne ... Werbung in der DDR
Werbung in der DDR - Werbung in einer Planwirtschaft, macht das überhaupt Sinn?
Werbung wurde gemacht, weil man sich präsentieren wollte und weniger, um gegen Konkurrenten auf einem Markt anzutreten. Die
DDR war eher von einem Mangel an Konsumgütern als durch deren Überfluss geprägt. Die Verstaatlichung privater Betriebe schon ab den 1940er Jahren
und deren endgültiges Ende 1972 bewirkten unter anderem, dass immer weniger Auswahl zwischen verschiedenen Produkten bestand. Die Zentralisierung
der Wirtschaft durch Kombinatsbildung verstärkte diese Tendenz, so dass Werbung ökonomisch zunehmend sinnlos wurde. Versorgung oder Konsum -
diese Frage war, trotz Werbung, entschieden, auch wenn einige Produkte den Ruf und den Bekanntheitsgrad von 'Markenprodukten' errangen. Werbung
war im Grunde genommen überflüssig - aber dennoch bestand sie. Nicht nur als Relikt aus früheren Zeiten, wie einige Werbegestaltungen der 50er
Jahre nahe legen, sondern durchaus eigenständig und über einen langen Zeitraum auch attraktiv für das Auge.
September - November 2009
Von Grönland bis Neuseeland - Die Speisekartensammlung des Crimmitschauers Lothar Heimann
Die Sammlung des Crimmitschauers Lothar Heimann umfasst ca. 25 000 Exemplare und ist damit
die größte ihrer Art in Ostdeutschland. Dazu gehören nicht nur 'klassische' Speisekarten, sondern auch kuriose Stücke, wie zum Beispiel eine
Menükarte zur Eröffnung des Luxus-Hotels Riz in Paris im Jahr 1910, ein Fußball mit aufgedruckter Speisekarte von der WM 1994 in den USA oder von
einem bayerischen Staatsbankett aus dem Jahr 1896. Die kleinste Speisekarte der Sammlung ist 4 x 4 cm und stammt aus dem Plaza-Hotel Hamburg.
Die größte Karte ist 1,78 m groß und war ursprünglich in einem Kopenhagener Sandwichlokal zu finden. Der Fundus von Lothar Heimann reicht von
Neuseeland bis Grönland, von Mitropa bis Rovos Rail, von der Kantine bis zum 7-Sterne-Hotel.
April - Juli 2009
Menschen des 21. Jahrhunderts - Fotoausstellung im Zwirnsaal
Seit 2007 entwickeln die Dresdner Künstler Thomas Bachler und Karen Weinert eine Serie schwarzweißer Aufnahmen, die
sich mit gegenwärtigen und zukünftigen Arbeitsformen auseinandersetzt. Die Ausstellung zeigte die ersten 25 Motive dieser noch nicht
abgeschlossenen Reihe. Thematisch wie ästhetisch an August Sanders 'Menschen des 20. Jahrhunderts' geschult, entstand eine flexible soziale
Typologie immer neuer Berufsbilder und epidemisch zunehmender, meist kurzfristiger Beschäftigungsverhältnisse. Gerade im Kontext des
Textilmuseums als Monument der untergegangenen alten Industrien entfalteten die Bilder ihr kritisches Potential auf ganz besondere - und durchaus
ironische - Weise: Kunst in Zeiten der Agenda 2010.
Mai - Juni 2009
Fantasien in Farben und Formen - fünf Jahre Kreativzentrum Crimmitschau
Seit fünf Jahren ist der Verein MUZ Kreation Crimmitschau e. V. in Crimmitschau ansässig. Im Foyer des
Textilmuseums wurde ein Querschnitt der Arbeiten des Vereins präsentiert.
Die Vereinsmitglieder haben sich an verschiedenen Techniken ausprobiert. Sie haben gezeichnet und gemalt, genäht und geklöppelt, mit
Kupfer-Prägetechnik experimentiert und mit Pettigrohr geflochten. Die Besucher erwartete ein buntes Potpourri aus verschiedensten Materialien,
Farben und Formen.
April 2009
Gestickt und gehäkelt - textile Kunstwerke
Bei dem Wandschmuck und den Puppenkleidern handelte es sich um große und kleine textile Kunstwerke von Frau Lore Oehler. Die Rentnerin
aus Werdau geht ihrem Hobby seit langem mit großer Leidenschaft nach. Ihr Können hat sie schon in so mancher Ausstellung unter Beweis
gestellt.
Im Textilmuseum Crimmitschau präsentierte sie den von ihren entworfenen, farbenfrohen und futuristisch anmutenden Wandschmuck und die
selbst angefertigten Kleidungstücke für Barbie-Puppen. Im März 2009 feierte Barbie ihren 50. Geburtstag und war schön
wie nie zuvor im Textilmuseum zu bewundern. Sie trat unter anderem als Miss Crimmitschau, Miss Sachsen, Miss Deutschland und Miss
Europa auf.
Oktober 2008 - Januar 2009
Abgewickelt – Zeitzeugen über Leben und Arbeiten in der DDR
Die Sonderausstellung 'Abgewickelt' erinnerte an das Leben und Arbeiten der Textilarbeiter in der DDR. Im Jahr 2002 begann das Westsächsische
Textilmuseum Crimmitschau ein Interviewprojekt mit über 30 ehemaligen Textilarbeitern aus Westsachsen. Zehn Personen wurden ausgewählt,
die zusammen mit ihren ehemaligen Betrieben näher vorgestellt werden. Fünf Regionen, die exemplarisch für die westsächsische
Textilindustrie stehen, wurden untersucht. Das Projekt umfasste den Zeitraum von 1945 bis 1990. Die Ausstellung umfasst Themen wie die
Möglichkeiten zur beruflichen Qualifikation, den Ehekredit, die Kinderbetreuung oder die Frage nach
dem wirtschaftlichen Scheitern der DDR. Ergänzend wurden ausgewählte Exponate und typische Produkte aus den fünf Regionen gezeigt, es gab
Audiostationen, an denen die einzelnen Interviews zu gehört werden konnten und eine Filmecke, in der Ausschnitte aus alten DEFA-Filmen
gezeigt wurden.
April - Mai 2008
Strahlende Landschaften. Landschaftsfotografien von Karlheinz Rothenberger
Knipsen, anschauen, löschen – Karlheinz Rothenberger hat damit nichts im Sinn. Er setzt ausschließlich auf seine Leica und
den s/w-Kleinbildfilm. Was seine Fotografie ausmacht, ist sein fotografischer Blick, seine innere Einstellung zur Fotografie.
Karlheinz Rothenberger, Chefarzt am Klinikum Landshut, nimmt uns mit in nicht alltägliche Umgebungen.
Zum einen nach Ronneburg: Seine Bilder zeigen die Metamorphose der Mondlandschaft im ehemaligen Wismutgebiet
vom kontaminierten Bergbauterrain zur menschenfreundlichen Bergbaufolgelandschaft.
Zum anderen nach Geisenhausen bei Landshut: Die Bildfolge Gittermasten entstand im Rahmen umweltschonender
Korrosionsschutzmaßnahmen an Hochspannungsmasten. Die Gitterstrukturen verwandelten sich dazu in riesige
Kunstobjekte. Monolithen gleich stehen sie dann in der Landschaft, als seien sie eigens für die künstlerischen
Fotografien installiert worden.
Oktober 2007 - Januar 2008
Europäische Wollstädte
Ansichten aus Crimmitschau | Biela | Elbeuf | Eupen | Fourmies | Glauchau | Lodz | Luviers | Meerane | Oberleutensdorf
(Horni Litvinov) | Roubaix | Schio | Sedan | Silberstraße | Tourcoing | Valdagno | Verviers | Werdau | Wolkenburg
Von den innovativen Entwicklungen der Crimmmitschauer Textilunternehmer im 18. und 19. Jahrhundert wurde auch die europäische Wollindustrie
beeinflusst. Heute gibt es hier die größte mit vollständiger Ausstattung als Museum erhaltene Volltuchfabrik in Mitteleuropa. Das Westsächsische
Textilmuseum Crimmitschau steht stellvertretend für die jahrhundertelange textile Geschichte einer Region. Dies führte dazu, dass Crimmitschau
als erster Standort Deutschlands ausgewählt wurde, die Wanderausstellung "Europäische Wollstädte" zu präsentieren.
Die an den Universitäten Lille (Frankreich) und Padua (Italien) konzipierte Ausstellung wandert durch Europa und wird an jedem
Ausstellungsstandort um Aufnahmen regionaler Industriebetriebe erweitert. Nehmen Sie Einblick in die Arbeits- und Lebenswelt, Architektur und
industrielle Entwicklung herausragender Wollstädte in Frankreich, Italien, den Niederlanden, Belgien und Großbritannien.
Entdecken Sie Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Vergleich mit der Tuchstadt Crimmitschau und anderen ausgewählten Textilstädten Westsachsens.
Februar - April 2007
anziehend - die klassische Maßschneiderei - neu gesehen
Das traditionelle Handwerk der Maßschneiderei steht mit seiner Passgenauigkeit für Individualität und Qualität ...
Lassen Sie sich entführen in die anziehende Welt der Damen- und Herrenmaßschneiderei.
Das Westsächsische Textilmuseum Crimmitschau präsentiert Ihnen herausragende Kreationen vom Abend- bis zum Brautkleid, Kostüme nach historischem
Vorbild und Uniformen des Dresdner Fürstenzuges, Maßkonfektion aus hochwertigen Stoffen sowie ausgesuchte Fertigungstechniken.
September 2006 - Januar 2007
Eine Textilfabrik im Wandel
Junge Menschen für das Kulturerbe und den Denkmalschutz begeistern - dieses Ziel verfolgt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit ihrer Aktion
'denkmal aktiv - Kulturerbe macht Schule', die in Kooperation mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt durchgeführt wird und unter der
Schirmherrschaft der Deutschen UNESCO-Kommission steht. In jedem Jahr widmet sich die Aktion einem besonderen Thema. Der Leistungskurs Geschichte
11 des Julius-Motteler-Gymnasiums Crimmitschau beteiligte sich im Schuljahr 2005/06 an der Aktion mit dem Thema 'Umnutzung von denkmalgeschützten
Industriebauten zu Industriegeschichts- und Technikmuseen'. Die Schüler sollten am Beispiel des sich im Aufbau befindlichen Westsächsischen
Textilmuseums in Crimmitschau dessen Authentizität bzw. Funktionswandel erkunden. Dabei sollen sie sich einerseits mit der regionalen Geschichte
identifizieren, andererseits aber mit ihrer Arbeit auch das Museum stärker in das Licht der Öffentlichkeit rücken.
Februar - Juni 2006
Patchwork und Quilts
Quilts sind bekannt als Teil amerikanischer Volkskunst. Die bunt gemusterten und gesteppten Decken werden in aufwendiger Handarbeit
hergestellt. Dabei kommt die Patchwork-Technik zum Einsatz. Jedes Stück ist ein Unikat. In unserer Ausstellung wurden über hundert Quilts
gezeigt, die von Kunsthandwerkerinnen aus der Region Zwickau angefertigt wurden. Sie zeigten traditionelle Muster ebenso wie die Umsetzung
moderner Entwürfe. Handwerkliches Können und Kreativität waren in sehr schöner Weise in ihnen vereint. Die Quilts wurden oft zur Erinnerung
an geliebte Personen oder als Geschenke zu Hochzeiten und Geburten hergestellt, sie gingen aber auch auf Naturimpressionen und freie
künstlerische Ideen zurück. Sie strahlten Lebensfreude aus und erzählten eine Vielzahl von Geschichten.
Bilder:
1 |
2 |
3 |
4 |
5
November 2005 - Januar 2006
Posamenten - Handwerk und Mode
Zur Weihnachtszeit präsentierte das Textilmuseum eine jahrhundertealte Tradition aus dem Erzgebirge, die Posamentenherstellung. Zu den
kunstvollen und oft sehr farbenprächtigen Posamenten gehören Kordeln und Bänder, Zierquasten und Troddeln, Tressen und Borten. Vorgestellt
wurde die Geschichte der Posamenten, wir zeigten mit Posamenten besetzte Kleidung und gaben einen Überblick über die im Erzgebirge ansässigen
Firmen, die Posamenten produzieren. Natürlich kam auch der Weihnachtsschmuck nicht zu kurz. Unser mit Posamenten geschmückter Weihnachtsbaum
brachte vielleicht einige Besucher auf neue Gestaltungsideen. Zusammengestellt wurde die Ausstellung von der Wirtschaftsförderung Erzgebirge
GmbH und dem Förderverein des Schlosses Schlettau.
Juli – September 2005
Batikkunst. Bilder und Kleider von Irene Semelka
Die Textilkünstlerin aus Lichtenwalde bei Chemnitz beschäftigt sich seit langer Zeit mit der alten indonesischen Technik des Batikens. Viele ihrer beeindruckenden Bilder beruhen auf Naturbeobachtungen und greifen existentielle Lebensfragen auf. Sie verarbeitet die Batikstoffe aber auch zu außergewöhnlichen Kleidern. Eine Auswahl davon war in der Ausstellung zu sehen.
April 2005
Klöppelspitzen heute
Die Mitglieder des Klöppelzirkels Schönfels widmen sich seit Jahren dem alten erzgebirgischen Handwerk des Klöppelns. Sie nehmen mit ihren Erzeugnissen national und international an Ausstellungen teil. Zum 20-jährigen Jubiläum des Klöppelzirkels Schönfels zeigten wir eine Sonderausstellung mit ausgewählten Werken der Klöpplerinnen. Beim Schauklöppeln konnten sich die Besucher umfassend über die Technik des Klöppelns und das notwendige Zubehör informieren.
November 2004 – März 2005
Grüße aus Crimmitschau. Die Textilstadt in historischen Ansichtskarten
Auf Tausenden von Ansichtskarten ist das Bild der Stadt Crimmitschau immer wieder festgehalten worden. Die Karten zeigen Straßen und Plätze, Villen und Fabriken, Schulen und Kirchen, Denkmale und Parks. Man findet vergessene Gebäude und verlorene Sichtachsen wieder und erhält möglicherweise auch Anregungen für die heutige Stadtgestaltung. 100 Jahre Crimmitschauer Geschichte wurden durch die Ausstellung dieser Ansichtskarten lebendig, die uns von der Städtischen Historischen Sammlung zur Verfügung gestellt wurden.
Oktober – Dezember 2004
SeidenStraßen. Bilder von Sabine Ziergiebel
Straßenansichten und Architekturmotive prägen die Seidenbilder von Sabine Ziergiebel. Charakteristisch für die ausgewählten Arbeiten der Textilgestalterin und Malerin aus Crimmitschau sind ihre expressionistischen Form- und Farbkompositionen. Sie lassen eine eigene Bildsprache erkennen. Außergewöhnliche Kunstwerke in leuchtenden Farben sind dabei entstanden.
März – Juni 2004
Die Frau in Weiß. Die Geschichte des Brautkleids von 1800 bis heute
Das Brautkleid – ein Traum in Weiß? Das war nicht immer so. Erst langsam entwickelten sich „typische“ Brautkleider und noch um 1900 heirateten viele Bräute in Schwarz. Von den Anfängen des bürgerlichen Brautkleids um 1800 bis zum Designerkleid des Jahres 2000 erzählten wir die Geschichte rund um die Hochzeit. Erstellt wurde die Ausstellung vom „Rheinischen Industriemuseum, Schauplatz Ratingen“. Die zusätzliche Präsentation von historischer Brautmode aus Sachsen wurde durch viele Schenkungen und Leihgaben aus der Region möglich.
November 2003 – Februar 2004
Textilarbeiter um 1900. Arbeit, Alltag, Streik.
Eine Ausstellung anlässlich des 100. Jahrestags des Textilarbeiterstreiks in Crimmitschau
Der Crimmitschauer Textilarbeiterstreik lenkte 1903/04 die Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf die kleine sächsische Stadt an der Pleiße. Hier begann am 22. August 1903 einer der längsten und größten Arbeitskämpfe des deutschen Kaiserreichs. 8000 Textilarbeiterinnen und Textilarbeiter streikten über einen Zeitraum von 22 Wochen um „eine Stunde fürs Leben“ und damit für die Einführung des Zehnstundentages. Als die Textilarbeiter am 19. Januar 1904 ihre Arbeit wieder aufnahmen, hatten sie ihr Ziel nicht erreicht. Der Crimmitschauer Textilarbeiterstreik wurde dennoch zu einem Mythos. Die Ausstellung stellte den Streik in den Kontext des facettenreichen Arbeiterlebens in Sachsen um 1900. Es war einerseits von schwerer Arbeit und alltäglicher Mühsal geprägt. Andererseits wurden in einer lebendigen Arbeiterkultur Erleichterungen der Lebensgestaltung und persönliche Entwicklungsmöglichkeiten geschaffen.
November 2002 – Februar 2003
abc des Ostens. 26 Objektgeschichten
In der Ausstellung stand für jeden Buchstaben des Alphabets ein Objekt aus dem Alltag der DDR: von A wie Alfi-Aluminium bis Z wie Zekiwa-Kinderwagen. Ausgehend von diesen Alltagsgegenständen wurde anhand von 500 Exponaten ein breiter Überblick über die Produktkultur und die Wirtschafts- und Kulturgeschichte der DDR gezeigt. Seien es textile Produkte wie Malimo oder Wolpryla, die Erika-Schreibmaschine, das Stern-Radio, das Spielzeug von Piko und das Diamant-Fahrrad. Die Ausstellung wurde zusammengestellt vom „Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR“ in Eisenhüttenstadt und wurde 2002 erstmals in Sachsen gezeigt.
Oktober – November 2002
Verwaschene Spuren
Exzellente Tagungs- und (Nachtungs-)Hotels inszenieren ein Kunstprojekt
Ein Hotelzimmer wäre kein Hotelzimmer, stünde da nicht unübersehbar das Bett. Grand lit, Einzel- oder Doppelbett – letztendlich liegt der Gast auf dem Betttuch oder Laken. Er nimmt dabei das Tagesgeschehen mit ins Bett. Die physischen und psychischen Absonderungen wie Schweiß, Tränen, Leid und Leidenschaft machen das Bett zur Leinwand des Lebens. Das war das Thema des Kunstprojekts, mit dem die Künstler Peter Blum, Veronika P. Dutt, Joanna Skurska und Leszek Skurski versuchten, Spuren und Phantasien zu transportieren. Das Betttuch wurde zur Leinwand und derer 21 ergaben eine Kunstausstellung, die einmalig war.
September – November 2002
Natur & Wolle. Web- und Filzarbeiten von Ullrich Schmidt
Der Geraer Textilkünstler Ullrich Schmidt experimentiert mit Wolle, Holz und Steinen. Aus naturbelassener Schafwolle entstehen Web- und Filzarbeiten, die natürliche Materialien wie Holz und Steine verbinden, verfremden und umgestalten.
Februar – April 2002
Villen erzählen Textilgeschichte. Fabrikantenvillen in Crimmitschau
Die Villen der Textilunternehmer in Crimmitschau stellen ein besonderes Zeugnis der Textilgeschichte der Stadt dar. Es gibt ähnliche Villen in vielen früheren Textilstädten der Region, doch weist vor allem das denkmalgeschützte Villenviertel um die Crimmitschauer Lindenstraße eine für Westsachsen ungewöhnliche Größe und Geschlossenheit auf. Mit unserer Ausstellung wollten wir deshalb einerseits auf diese Villen als wichtiges kulturelles Erbe hinweisen, andererseits aber auch die Verbindung zur Geschichte der Textilindustrie herstellen.
Mai – Juli 2001
„Allerliebste kleine Nähmaschine“. Alles ums textile Spielen
Eine Vielzahl textiler Spiele und Spielzeuge fand in den letzten 150 Jahren Eingang in die Familien. Dazu gehörten Kindernähmaschinen und Puppenkleider genauso wie Kinderwaschmaschinen und Nähspiele. Sie boten vor allem kleinen Puppenmüttern Spaß am Spiel. Durch sie sollten sie sich aber auch auf zukünftige Aufgaben im Haushalt vorbereiten. Die große Nachfrage führte zu einer massenhaften Produktion dieser Spielzeuge im industriellen Stil, die in Deutschland erst während der letzten Jahrzehnte zurückging.
Unsere Ausstellung bot einen Streifzug durch diese Geschichte des textilen Spielens. Und selbstverständlich konnten Kinder das textile Spielen auch ausprobieren.
November 2000 – Februar 2001
Stoffstücke – Textilgeschichte(n) aus Crimmitschau
Tuche, Plüsch und Pelze – dies sind nur einige der Textilien, die in Crimmitschau hergestellt wurden. Stoffe, Kleidung und Musterbücher aus über 250 Jahren zeigten wir in unserer Ausstellung „Stoffstücke“. Vieles davon wurde uns von Crimmitschauer Bürgern geschenkt oder geliehen. Diese Textilien vermittelten einen Eindruck von der Vielfalt und Bedeutung der früheren Crimmitschauer Textilindustrie. Doch wir blickten nicht nur in die Vergangenheit: Auch die Produkte der heute noch oder wieder existierenden Crimmitschauer Textilbetriebe wurden gezeigt.
Mai – Juli 2000
Fabrikanten, Meister & Maschinen.
Die Pfau’sche Tuchfabrik in einem Photoalbum der 30er Jahre
Den Kern des Textilmuseums Crimmitschau bildet eine fast vollständig erhaltene Tuchfabrik, die von 1885 bis 1972 im Besitz der Familie Pfau war. Mitte der 1930er Jahre fotografierte der Angestellte und Amateurfotograf Max Vogel die Fabrik. Seine Fotos zeigen nicht nur Maschinensäle und Gebäude sondern auch die Angestellten, Meister und Fabrikbesitzer. Heute ist das damals angelegte Fotoalbum ein eindrucksvolles Dokument. In der Ausstellung präsentierten wir die Fotografien Max Vogels erstmals der Öffentlichkeit.