Energiefabrik Knappenrode: Lausitzer Bergbaumuseum

Ausstellung 'Wohnen vor dem Werktor'


Sumpfland, Heide und Kiefernwälder, dazwischen Heidedörfer - das war die Lausitz vor 150 Jahren. Darunter lagerte die Kohle. Mit der Erschließung der reichen Braunkohleflöze entstanden Bahnstrecken, Tagebaue und Brikettfabriken. Wie 'Kathedralen der Arbeit' ragten die backsteinernen Industriebauten aus der Ebene. Direkt vor den Fabriktoren entstanden Wohnsiedlungen.

Bergarbeitersiedlung Werminghoff, um 1930 Wohnen vor dem Werktor, um 1970 Überführung von Tagebaubaugroßgeräten

Das Werk war mehr als nur ein Ort der Arbeit. Gesundheitliche Betreuung, Bildung und Vereinsarbeit wurden durch das Werk organisiert, dem Werk gehörten die Wohnungen und Gärten, man kauft in werkseigenen Läden, man badete samstags in der Betriebskaue und feierte im Kulturhaus des Werkes. Das Werk bestimmte Inhalt und Rhythmus des Lebens. Die Uhren im Ort wurden nach der Fabriksirene gestellt und selbst der Boden, in dem man begraben wurde, gehörte dem Werk.

Ansichten von Werminghoff
Die Ausstellung 'Wohnen vor dem Werktor' gibt einen Einblick in die Gründungsphase der Arbeitersiedlung Werminghoff, dem heutigen Knappenrode. Die Schau dokumentiert den Aufbau von Werk und Ort und zeigt gleichzeitig die Entstehung einer Gemeinde, die ihre Existenz auf die Arbeit im Bergbau gründete.

'Das Werk war alles ...' (H. Kockrick, Knappenrode)

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